• Mehr Demokratie in Hamburg

    Wenigstens ein gutes Ergebnis heute Abend: Der Vorschlag des Volksbegehrens für ein neues Wahlrecht ist angenommen. Hamburg wird 17 Wahlkreise bekommen und die Wähler mehr Einfluss als jemals zuvor. Die Initiative verkündet es schon auf ihrer Homepage:

    Ab sofort gilt in Hamburg das neue Wahlrecht!!!

    Mit Zweidrittel Mehrheit haben sich die Hamburgerinnen und Hamburger für unseren Entwurf entschieden.

    Auf unseren Entwurf entfallen 247.364 JA Stimmen (bei 95% ausgezählten Stimmen). Damit haben wir auch das notwendige Quorum von 20 % der Wahlberechtigten geschafft.

    Die genauen Ergebnisse gibt es beim Statistischen Amt für Hamburg und Schleswig Holstein.


  • Mehr Demokratie – Ja zum Vorschlag der Initiative

    Außer der Europawahl gibt es in Hamburg auch noch eine Abstimmung über ein neues Wahlrecht. Die Bürgerschaft schlägt ein Wahlrecht vor, wie es auch bei der Bundestagswahl gilt: Es soll 50 Wahlkreise geben und jede Partei stellt pro Wahlkreis einen Kandidaten auf. Ein Kandidat aus jedem Wahlkreis wird gewählt. Die übrigen Mitglieder der Bürgerschaft werden über eine Landesliste gewählt.

    Das Volksbegehren will 17 Wahlkreise, dafür werden pro Wahlkreis mehrere Abgeordnete gewählt. Jede Partei stellt pro Wahlkreis eine Liste auf. Jeder Wähler verteilt bis zu fünf Stimmen auf Kandidaten seiner Wahl. Die Kandidaten müssen nicht alle derselben Partei angehören. Jeder Kandidat auf einer Liste hat eine Chance gewählt zu werden. Denn es sind die Kandidaten auf einer Liste gewählt, die die meisten Stimmen erhalten haben. Das kann auch der letzte auf der Liste sein.

    Der Vorschlag der Bürgerschaft gibt uns Wählern kaum mehr Einfluss. Ich muss den vorgeschlagenen Kandidaten „meiner“ Partei wählen oder eben nicht. Es wird weiterhin rein parteiintern ausgekungelt, wer in die Bürgerschaft kommt. Bei dieser Art Wahlrecht kommt es außerdem zu „Erbhöfen“: Wahlkreise, die praktisch immer an dieselbe Partei gehen. Hier bestimmt dann nur noch die jeweilige Partei, wer in das Parlament kommt.

    Demokratischer ist eindeutig der Vorschlag des Volksbegehrens. Ich kann zwischen mehreren Kandidaten „meiner“ Partei auswählen oder überzeugende Kandidaten aus unterschiedlichen Parteien wählen. Die Parteien stellen zwar noch eine Liste auf, aber dann entscheide ich, wen ich im Parlament haben möchte, nicht die Funktionärsküchenrunde einer Partei.

    Zweiter Pluspunkt des Volksbegehren-Vorschlags: Bürgerschafts- und Bezirksversammlungswahlen sollen getrennt werden. Damit bekommt die Politik im Bezirk ein größeres Gewicht. Und vielleicht kennt man dann ja auch mal einen Abgeordneten aus der Bezirksversammlung?

    Also morgen: Ja zum Vorschlag des Volksbegehrens, nein zum Vorschlag der Bürgerschaft.

    Für mehr Demokratie

    Diese Grafik steht nicht unter der Creative Commons Lizenz.


  • Relativ unsterblich

    Ulrich Holbein gratuliert in der FR Perry Rhodan zu irgendeinem krummen Jubiläum.

    Ich habe die „die größte Science-Fiction Serie der Welt“ auch mal gelesen, Lang her, 20 Jahre.

    Vor 10 Jahren habe ich es noch einmal versucht, doch die alte Faszination kam nicht wieder.

    Bleiben also die Erinnerungen an wildes Weglesen von riesigen Textbergen. Und das mehrfach, immer wieder. Wann habe ich zuletzt ein Buch noch einmal gelesen? Fällt mir nicht ein.


  • Feiertag

    Zumindest in Frankfurt. So ist das eben, wenn man eine Zeitung aus dem südlicheren Teilen der Republik liest: Manchmal gibt es keine, so auch heute.

    Wenn es nach den Feiertagen geht, müsste es der Wirtschaft in Norddeutschland blendend gehen.


  • Vorteil: Stammtisch

    Die FR über den Fall Kaplan und die Medien:

    Nur wenige Medien teilten ihren Lesern mit, dass der Fall Kaplan eigentlich nur eine Inszenierung war, bei der sich einige Medien und Politiker gegenseitig die Bälle zuspielten. Denn Kaplan hielt sich aller längst nicht nur auf die Springerpresse beschränkten Medienspekulationen zum Trotz weder im Untergrund noch im Ausland auf. Er hatte nicht einmal gegen ein Gesetz verstoßen, was Otto Diederichs in einem Kommentar für die Tageszeitung (taz) auf den Punkt brachte: „Doch was ist wirklich geschehen? Ein zur Abschiebung Vorgesehener, der bislang alle behördlichen Auflagen erfüllt hat, ist zum Zeitpunkt seiner geplanten Ingewahrsamnahme nicht daheim. Das musste er auch nicht.“

    Das besonders die Bild-Zeitung die Tagesordnung der Politik mehr bestimmt als alles andere war aber spätestens seit Florida-Rolf bekannt.


  • Sind deutsche Unternehmer Miesmacher?

    Nico zitiert aus einen Artikel im Handelsblatt (der nicht mehr online verfügbar ist):

    Ausländische Führungskräfte beurteilen den Standort Deutschland optimistischer als heimische Top-Manager. Das geht aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young unter 513 Managern hervor, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Für ausländische Führungskräfte ist Deutschland hinter China und den USA der weltweit attraktivste Investitionsstandort.

    Und dazu die ständig wachsenden Exportzahlen:

    Im Jahresvergleich sei der Wert der Ausfuhren im März um 16,6 Prozent auf 65,0 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Importe zogen um 5,3 Prozent auf 48,5 Milliarden Euro an. Damit schloss Deutschland die Handelsbilanz im März mit einem Überschuss von 16,5 Milliarden Euro ab, die Leistungsbilanz mit 11,3 Milliarden Euro. Dabei stiegen vor allem die Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union (EU) stark an.

    Aber durchsichtig ist das schon: Wenn alle glauben, der Standort Deutschland sei furchtbar, lassen sich die Löhne senken und Politiker erpressen.


  • Amazon verkauft keine Diogenes-Bücher mehr

    Über Heise.de:

    Der Buchreport Express berichtet (PDF) über eine Auseinandersetzung zwischen Diogenes und Amazon. Diogenes ist nicht bereit, die von Amazon geforderten Rabatte zu gewähren. Daher verkauft Amazon keine Bücher des Diogenes-Verlags mehr.

    In dem Report wird auch Rainer Vollmer, Vertriebsleiter bei Schöffling & Co. zitiert:

    Alle haben Schwierigkeiten mit Amazon, aber kaum einer gibt es zu. Kaum einer hat die Chuzpe, ganz mit Amazon zu brechen.

    Schön ist auch die Tabelle mit Preisen für Werbung bei Amazon. Die Erwähnung in einem der Amazon-Newsletter kostet z.B. 2500 Euro.

    Amazon hat das beste Shop-System, ist aber inzwischen zu mächtig. Die Alternative liegt um die Ecke oder bei kleineren, aber sehr engagierten Online-Händlern wie z.B. Lehmanns.

    Ergänzung (1. Juni): Hier gibt es mehr zum Thema:

    Spiegel:

    Die Weigerung von Diogenes, weitere Zugeständnisse zu machen, könnte Nachahmer finden. Schon spekulieren Branchenkenner, dass sich weitere Verlage anschließen könnten. Ob sich die Unternehmen damit einen Gefallen tun, ist indes fraglich. Diogenes geht vorerst ein bedeutender Absatzkanal verloren. Amazon wiederum kann dem Anspruch nicht mehr genügen, Bücher aller wichtigen deutschen Verlage neu selbst zu verkaufen.

    In der FAZ:

    In dem sich permanent hochschaukelnden Kräftemessen zwischen Handel und Verlagen ist diese Auseinandersetzung zweifellos ein neuer Höhepunkt. Vielleicht wagen sich nun auch andere Verlage aus der Deckung? Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ringt ringt seit Jahr und Tag mit dem Bertelsmann Buchclub, der sich ähnlich wie Amazon in der Rolle des Quertreibers gefällt, auf der großen juristischen Matte. Mit immer neuen Versprechungen, Beschwichtigungen und einstweiligen Verfügungen. Und immer ist der Club eine Nasenlänge voraus. Amazon geht die Sache „full contact“ mit der Handkante an. In der allgemeinen Ramschgier, die die Branche erfaßt hat, kann man sich ausrechnen, wer die besseren Karten hat.


  • Mit Terror geht alles

    Über Heise.de:

    Capital berichtet:

    Zur Terrorabwehr bereitet Bundesinnenminister Otto Schily ein Gesetz für die einjährige Speicherung von Telefon- und Internetverbindungsdaten vor, berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital (Ausgabe 12/2004, EVT 27. Mai).

    Der DMMV kritisiert:

    Unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung wird hier der Versuch unternommen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung auszuhebeln. Die angestrebte Speicherung von Vorratsdaten würde jedoch nicht nur die Grundrechte von unschuldigen Bürgern einschränken, indem sie z.B. pauschal unter Terrorismusverdacht gestellt würden, die dadurch entstehende gigantische Datenmenge würde auch die Provider mit bis zu dreistelligen Millionenbeträgen belasten.

    Unglaublich, dass der Schily einmal bei den Grünen war. In die CSU würde er sehr gut passen.


  • Film und Typographie

    Mark Simonson ist Grafiker und entwirft auch Schriften. Er hat sich einige Filme angesehen und die Typographie bewertet.

    Schrift taucht auf eingeblendeten Plakaten, Zeitungsausschnitten oder Gebäuden auf. Soll der Film in der Vergangenheit spielen, darf natürlich keine Schrift eingesetzt werden, die erst sehr viel später entworfen wurde.


  • Ich bin beunruhigt

    Muss ich mir jetzt Sorgen machen? Die Telekom bestätigt mir schneller meine Kündigung als mir Hansenet meine Auftragsunterlagen zusendet.