- Anruf aus Dubai: „Hier ist es kalt, 18°, ich habe eine Jacke an.“ – das kann doch einen Hamburger eigentlich nicht erschüttern? Hier gibt es Minusgrade und Schnee, Schnee, Schnee …
- Nach einem neuen Monitor umgesehen, aufgegeben: Das Angebot ist einfach zu groß. 16:10? 16:9? 22 oder doch monströse 24 Zoll auf dem Schreibtisch? Pivot oder nicht? Mein vier Jahre alter 17er wird es noch etwas tun müssen, wahrscheinlich bis zum Herbst. Dann gibt es vielleicht auch mehr Angebote mit LED-Backlights.
- Windows Weekly: Paul Thurrott berichtet von einem Gespräch mit Exchangeentwicklern. Es werde einen massiven Wechsel von selbst verwalteten Servern zu von Microsoft verwalteten Servern geben. In fünf Jahren werde der größte Teil des Umsatzes mit Exchange aus diesem Geschäft kommen. Zeit, mir neue Fähigkeiten anzueignen, denn das vielbeschworene „Cloudcomputing“ wird kommen.
- Man darf auch mal ein Buch nicht zu Ende lesen: Lily Bretts „Chuzpe“ ist so ein Fall. Nach 75 Seiten gebe ich auf. Zum Literaturkreis gehe ich am Dienstag natürlich trotzdem.
Autor: Andreas Rohlfs
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3. Januar 2010
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Wird ein Linksruck die SPD retten?
Ein Linkskurs wird die SPD nicht retten. Da ist nämlich schon jemand: die Linkspartei.
Die kann problemlos linke Opposition sein, weil sie nicht mit einer früheren Regierungsbeteiligung belastet ist. Sie hat der Agenda 2010, der Rente mit 67 und dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan niemals zugestimmt.
Das wird die SPD noch zu spüren bekommen: Die Linkspartei wird Anträge einbringen, die Rente mit 67 und die Hartz 4 Reformen rückgängig zu machen. Sie wird fordern, die Bundeswehr sofort aus Afghanistan abzuziehen.
Bei einem Wettrennen nach links kann die Linkspartei wie der Igel im Märchen immerzu rufen: „Ick bün all dor!“
Diese Strategie der Anpassung hat schon bei den Grünen nicht funktioniert.
Nach dem Sturz Helmut Schmidts änderte die SPD ihre Politik. Die neu gegründeten Grünen zogen immer mehr Wähler an sich, die SPD wollte sie wieder zurückholen.
Die SPD-Linken setzten gegen die Regierungspragmatiker einen Kurswechsel durch. Die SPD lehnte jetzt die Stationierung der Pershing-II-Raketen in Deutschland ab. Aufkleber mit „Atomkraft – nein danke!“ zierten fortan auch Autos von Sozialdemokraten. Statt Plastikkugelschreibern verteilten Wahlkämpfer Bleistifte – natürlich unlackiert – und Stofftaschen.
Genutzt hat die Anpassung an den grünen Zeitgeist nur den Grünen. Sie sind inzwischen stärker denn je.
(Der Autor bekennt sich schuldig, als Juso daran mitgetan zu haben.)
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So darf es eben nicht bleiben
Kleine Zirkel, undurchsichtige Clans, durch nichts legitimierte Cliquen basteln dieser Tage in ihren Hinterstübchen an Personaltableaus. Was scheren sie die Mitglieder? Die haben dann, wenn in den Parteiloligarchien demnächst alles geklärt und abgesegnet ist, einstimmig zu nicken und uniform Folge zu leisten. Man wird ihnen herrisch von oben, aus dem Binnenraum der Cliquen, zurufen: Es sei nun keine Zeit für ausufernde Debatten und unfruchtbares Gezänk!
Ich fürchte, so wird es kommen.
Und es wird dauern, auf jeden Fall länger als die vier Jahre bis 2013.
Vielleicht sogar noch einmal genau so lange wie nach der Abwahl Schmidts? Bis die Generation Agenda 2010 aus den Ämtern gewachsen ist?
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Gebet und Meditation
Morgenlektüre in der U-Bahn und etwas gelernt über den Unterschied zwischen Beten und Meditieren. Und warum das eine in nach Selbstverwirklichung strebenden Kreisen so beliebt ist.
Lorenz Jäger schreibt in „Ausfahrt der bösen Geister“ über die erneute Verhaftung Verena Beckers. Sie steht unter dem Verdacht, den von der RAF entführten Siegfried Buback erschossen zu haben:
Nach Presseberichten waren für die Verhaftung auch Notizen von Belang, in denen sich Verena Becker fragte, ob sie für Buback beten und wie sie sich mit dem Thema Schuld auseinandersetzen solle.
…
Wie schief und lächerlich wäre es doch gewesen, hätte sie etwa angegeben, für Buback meditieren zu wollen.





