• Déjà-vu Copyright

    Aus einen Bericht des Spiegel zum Thema 40 Jahre Kassette:

    Früh regte sich in der Musikindustrie der Wiederstand gegen das Musik-Mitschneiden. „Home taping is killing music“ druckten britische Plattenfirmen erbost auf ihre LP-Hüllen. Darüber grüßte eine Kassette mit gekreuzten Knochen als Totenkopf-Symbol.
    Es gibt nicht Neues unter der Sonne.


  • Montag, 8:00: 30 Grad

    Bürotemperatur. Da kommt man doch auf solche Gedanken:

    Buß-Gedancken bey grosser Hitze

    Wo soll ich fliehen hin/ daß ich im Schatten sitze?
    Es brennt des Höchsten Zorn mit angeflammter Hitze
    Den von Gerechtigkeit und Unschuld-blossen Geist/
    Der Thränen aus dem Aug/ und Blutt vom Hertzen schweist.
    Kein Kürbiß-Blat beschirmt mich nicht/
    Wenn dieser Sonne Feuer sticht/
    Kein dunckler Wald noch düstre Höle
    Kühlt oder birgt die matte Seele.

    Der Unschuld reines Kleid/ zu dem ich war erkohren/
    Hab ich durch Evens Lust und Adams Biß verlohren/
    Mein Wahnwitz reist mir selbst den Rock des Heiles ab/
    Den mir der Tauffe Bund doch zu gebrauchen gab.
    Die mit viel Schuld beschwärzte Schoß
    Ist leider aller Zierde bloß/
    Nichts hab ich mehr mit Furcht und Zagen/
    Als nackte Dürfftigkeit zu klagen.

    Wo soll ich fliehen hin? der Tag will kühle werden/
    Die Gnaden-Sonne neigt sich weit von mir zur Erden/
    Von fernen dräuet mir Zahnklappern finstrer Grufft/
    Von Hinten schrecket mich das Stürmen schwartzer Lufft:
    Wie sich ein Aespen-Laub bewegt/
    Wenn Eurus Zweig an Zweige schlägt/
    So sieht man unter solchem Wittern
    Mein höchsterschrocknes Hertze zittern.

    Wohin verberg ich mich für Gottes Angesichte?
    Der tieffsten Berge Klufft ist seinen Augen lichte!
    Sezt ich dem Rücken gleich Matutens Flügel an/
    So weiß ich/ daß sein Blick mich doch ereilen kan.
    Des abgelegnen Meeres Grund
    Ist ihm durch alle Flutten kund/
    Wolt ich mir in die Hölle betten/
    So findt sich da auch kein Erretten.

    Last Decken Babylons mit stoltzem Ruhme sticken/
    Mich kan kein fremder Zeug bey eignem Mangel schmücken/
    Ich poche nur umsonst auff Arbeit meiner Hand/
    Und würcke nichts als Müh und Frevel zum Gewand.
    Mit Adams welckem Feigen Blat
    Bedeck ich meine Missethat/
    Mein Thun gleicht leichten Spinnenweben/
    Und kan mir keine Kleidung geben.

    Weg mit geborgtem Schmuck und eigner Flecken Kleide/
    Mein Jesus beut mir an die Rosin-rothe Seide/
    Durch sein selbst eigen Blutt gefärbt ans Creutzes Stamm.
    Ward nicht das erste Kleid/ (er ist das reine Lamm
    Für mich von Anbeginn geschlacht:)
    Durch Gott von Fellen selbst gemacht?
    In sein Verdienst will ich mich kleiden/
    Und so getrost von hinnen scheiden.

    Hans Aßmann von Abschatz
    (1646-1699)

    Über Lyrikmail – Jeden Tag ein Gedicht:
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  • Windows belästigt auch nicht Windows-Anwender

    über TP: Die Verwundbarkeit der Microsoft Software

    Unschöne Gechichte: Windows Rechner lassen sich für allerlei Schabernack benutzen. Von den Spam-Mails sind dann auch die Anwender vernünftiger Betriebssysteme betroffen. Windows vom Netz!


  • Kalte Jugendsünde: Alaska Boy

    Nach einigem Suchen habe ich sie doch noch gefunden:

    Die langen dünnen Plastikbeutel mit dem gefärbten Wasser drin. Kalte Jungendsünde, wegen ihr haben wir das erste Mal verbotenerweise den Schulhof verlassen: Der Kiosk nebenan lockte mit den kalten Köstlichkeiten für nur 10 Pfennig.

    Muss damals Mode gewesen sein. Meine Freundin kann sich auch gut darin erinnern.

    Heute im Supermarkt auf dem Heimweg habe ich sie dann gesehen: Der 10er Beutel Alaska Boy. Und gleich einen mitgenommen.

    Und damit verstoße ich gleich gegen alle Regeln der guten Ernährung und des guten Geschmacks: Ich nehme mir ein (oder zwei?) von den gefrorenen Plastikschläuchen und sauge sie aus. Nur Wasser, Zucker, Säuerungsmittel und Aromen (selbstverständlich künstliche!).

    Wenn man zuviel saugt, hat man allen Geschmack ausgesogen und dann nur noch pures, geschmackloses Wassereis. Also schön langsam geniessen.

    Außerdem muss es schön klein geknetet werden. Dann schmeckt es erst richtig.

    Die Verpackung muss man mit den Zähnen aufreißen. Anders ist sie gar nicht aufzukriegen.

    Und eiskalte Finger holt man sich auch.


  • Weblogging for president

    Weblogs können vielleicht auch die reale Politik beeinflussen.

    In den USA laufen die Vorbereitungen für die nächsten Präsidentschaftswahlen. Und Präsident werden kann dort nur, wer als Kandidat auch genügend Geld mitbringt oder sammelt, um den aufwendigen (Medien-)wahlkampf zu finanzieren.

    Ein Artikel bei Salon.com berichtet über eine erfolgreiche Weblog-Kampagne des demokratischen Kandidaten Howard Dean.

    Über die Kampagnenseite Blog for America kann man sich an der Sammelaktion beteiligen. Über Blogs wird zum Spenden aufgefordert. Ein Spendenthermometer gibt Auskunft darüber, wieviel Spenden bei der aktuellen Aktion gerade gesammelt wurden.

    Mit etwas Glück ruft Dean auch an, wenn man gespendet hat.

    Vielleicht sollte man in Hamburg auch so etwas anregen: Blogs gegen Schill.


  • Geldeintreiber

    Wie Heise berichtet will Tulip jetzt seine Rechte am Markennamen Commodore zu Geld machen. Wer sich nicht erinnert oder zu jung ist (so alt bin ich also schon, dass ich so etwas schreiben muss. ;-) Twix hieß früher auch Raider.): Commodre hat einst einen recht erfolgreichen Homecomputer namens C 64 gebaut.

    Es gibt viele Seiten von Commodore-Fans im Netz. Alle benutzen den Namen Commodore ohne für die Verwendung des geschützten Namens zu zahlen. Das soll sich wohl ändern.

    Sonst hört man ja nichts mehr von dieser Firma. Scheint jetzt aber Mode zu sein, in verstaubten Verträgen nach Schätzen zu suchen.
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  • Umfrage: Lesen sie E-Books?

    Im Literaturcafe bittet Andreas Schröder um Mithilfe bei seiner Diplomarbeit.

    Er macht eine Umfrage zum Thema „Lesen am Bildschirm“. Damit sind dann aber auch PDAs und ähnliche Geräte gemeint.

    Er fragt, woher man seine E-Books bekommt, welche vor und welche Nachteile E-Books und gedruckte Bücher haben und nach den eigenen Lesegewohnheiten.

    Es gibt auch eine kleine Belohnung.
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  • Aus der Reihe: Verständliche Fehlermeldungen

    Immer wieder schön. Deutliche und aussagekräftige Fehlermeldungen:

    Unverständliches Zeug

    Ich habe auch nur Fragezeichen im Gesicht. Aber ich betreue diese Anwendung ja auch nicht.
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  • Das Buch für Unix-Hasser

    Über ReadYourPalm:

    Ein nettes Buch für alle, die Unix noch nie ausstehen konnten: The UNIX-HATERS Handbook ist online frei verfügbar. Und liegt auf einem Server von Microsoft. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Aber das Buch ist über 10 Jahre alt und als Daniel Weise das Buch herausgab, arbeitete er noch nicht bei Microsoft.

    Beim Lesen kann man viel lachen, aber sie haben in Vielen auch recht. Benutzerfreundlich ist Unix nicht gerade. Und dokumentiert? Die Man-Pages kommen nicht gut weg.

    Manches ist auch ungerecht. Das Kapital über das Usenet ist gut, aber ist Unix schuld an den Sitten im Usenet?

    Unbedingt lesenswert!
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