Wer solche Theologen hat

Aus dem Freitag von letzter Woche:

Die Erkenntnis der modernen Hirnforschung ist, dass unsere geistigen Leistungen die Folge von neuronalen Prozessen sind. Die Erkenntnis des Naturgesetzes, dass jede Kommunikation mit dem Austausch von Energie verbunden ist, widerspricht der Vorstellung eines „Heiligen Geistes“ als immaterieller Entität, die von außen mit dem menschlichen Gehirn kommunizieren könne. Insofern sind die durch die Kirchengeschichte präsenten Bilder zu schlicht, wonach das Wirken des Heiligen Geistes die Entscheidungen von Kirchenfunktionären und Kirchenversammlungen bestimme.

Aus diesem Wissen heraus muss auch das Bild von der „Offenbarung“ Gottes neu gedeutet werden. Der Theologe Othmar Keel formuliert es so: „Psychologisch kann man die entscheidenden Momente als intuitiv kreative Akte, religiös als Offenbarungen verstehen.“ So gedeutet können das auch Naturwissenschaftler akzeptieren.

In dem Artikel geht es um die Frage, ob der Kreuzestod Jesu nun ein Opfertod war oder nicht. Ich verstehe zu wenig von Theologie, um da mitreden zu können.

Dagegen macht mich der Satz „So gedeutet können das auch Naturwissenschaftler akzeptieren.“ sehr nachdenklich.

Religiös darf also nur noch wahr sein, was Naturwissenschaftler akzeptieren? Wie soll das funktionieren?

Die Hirnforschung als aktuelle Hype-Wissenschaft muss natürlich auch dabei sein. Vor zehn Jahren wäre es wohl die Genforschung gewesen. Und noch davor galt als nahezu sicher, dass der Mensch nur von der Gesellschaft geformt wird.

Wie können solche Theologen überhaupt noch das Glaubensbekenntnis sprechen? Da stimmt dann doch hinten und vorne nichts mehr. Es zu ändern, wäre die logische Konsequenz.

Aktuell müsste es dann wohl heißen: „Ich glaube an die feuernden Neuronen, die Synapsen und die Neurotransmitter“?

Kirchen mit  solchen Theologen brauchen keine Atheisten mit Buskampagnen, um überflüssig zu sein.

1 Comment

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  1. Ich warte ja auch noch auf den ersten Roman oder das erste Gedicht, das in einer für Hirnforscher akzeptablen Sprache geschrieben ist und ganz ohne veraltete Vorstellungen und die zugehörigen Begriffe auskommt.

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