• Kopftuchdebatte: Johannes Rau

    Aus dem Interview von Bundespräsident Johannes Rau im ZDF:

    ZDF: Aktuell in der Diskussion ist der Kopftuchstreit. Frankreichs Präsident Chirac hat jetzt angekündigt, das Kopftuch und andere deutlich sichtbare religiöse Symbole wie Kreuz oder Kippa aus den Schulen zu verbannen. Können Sie sich das für Deutschland vorstellen?

    Rau: Bei uns ist die Situation anders. Bei uns ist die Kultur Länderhoheit, da hat das Verfassungsgericht dieses Thema zurückverwiesen. Ich bin aber der Meinung, wenn das Kopftuch als Glaubensbekenntnis, als missionarische Textile, gilt, dann muss das genauso gelten für die Mönchkutte, für den Kruzifixus. Das wird aber in Bayern etwas anders gesehen als im Rheinland. Ich selber komme aus einer reformierten Tradition. In der gibt es den Kruzifixus nicht als Symbol.

    Ich bin für Freiheitlichkeit, aber ich bin gleichzeitig für Gleichbehandlung aller Religionen. Die öffentliche Schule muss für jeden zumutbar sein, ob er Christ, Heide, Agnostiker, Muslim oder Jude ist. Und es darf nicht durch religiöse Symbole, die der Lehrer mit sich trägt, eine gewisser Vorrang oder Vormachtstellung gesucht werden.

    ZDF: Aber es wird doch niemand leugnen, dass wir in Deutschland aus christlichen Wurzeln leben und nicht aus islamischen.

    Rau: Wir beide ja. Aber es gibt inzwischen 3,2 Millionen Menschen in Deutschland, die nach islamischen Wurzeln leben. Sie leben unter uns und sie sind damit nicht Bürger zweiter Klasse. Und deshalb müssen wir das, was der Islam an Glaubenskraft hat, auch anerkennen. Wir müssen nur darauf achten, dass nicht die Fundamentalisten das Sagen kriegen. Weder die muslimischen noch die christlichen, denn die gibt es auch. Wir müssen darauf achten, dass Toleranz nicht Beliebigkeit ist. Das man ein eigenes Glaubensprofil haben kann und haben muss, wenn man dem anderen begegnet, weil man ihn sonst nicht achten kann.


  • Das Atomgeschäft mit China

    Im Manuskript (PDF) zur aktuellen Ausgabe der Sendung Streitkräfte und Strategien findet sich ein guter Bericht über den Export der Hanauer MOX-Anlage nach China.

    Schönste Überlegung:

    Wäre vom Iran der Wunsch geäußert worden, die Hanauer Anlage zu kaufen, so wäre er mit größter Sicherheit untersagt worden. Schon das ist Indiz genug, dass letztlich nicht rechtliche, sondern politische Erwägungen den Ausschlag geben, wenn über solche Exportgeschäfte entschieden wird.
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  • Jahresendlesung

    Heute Abend ist die Jahreslesung des Forums junger Autorinnen und Autoren Hamburg im Kulturhaus Eppendorf, Martinistraße 40. Beginn ist um 20.00 Uhr.

    Einladung des Forums
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  • Hamburger Pressefreiheit

    Über Lotbuch und Kebo 11:

    Am Dienstag, den 25.11.03, kam es in den Räumen von Hamburgs Freiem Radio FSK 93,0 Mhz überfallartig zu einer Hausdurchsuchung. Während vor dem FSK eine behelmte Hundertschaft das Gebäude absperrte, verschafften sich etwa 30 Einsatzkräfte Zugang in die Studioräume.

    Presseerkärung des FSK
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  • Starker Anfang

    Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde, begann wie jeder Sonntag: die Glocken schlugen mich wach, zerhackten die Traumbilder, prügelten auf beide Trommelfelle, hämmerten durch den Kopf und droschen den Körper, der sich wehrlos zur Wand drehte.

    Aus: Friedrich Christian Delius, Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde

    Nebenbei: Das Buch ist erst wieder nächstes Jahr als Taschenbuch lieferbar. Da hat wohl einer im Verlag geschlafen. Hätte es nicht zum „Wunder von Bern“ in Stapeln auf den Büchertischen liegen müssen?
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  • Handys töten

    Über Sansibar:

    Foto-Handys töten unsere Kinder

    Wahrscheinlich, weil sie die Seele aus den Kindern saugen, wenn sie fotografiert werden?


  • Frau gelegt

    Nach mehr als vier Jahren unfallfreien Tango-Tanzen habe ich gestern meine Tanzpartnerin sauber aufs Parkett gelegt.

    Da war aber auch gar nichts mehr zu retten. Kein Straucheln, kein Versuch sich irgendwie in der Luft abzustützen, Nein, einfach Schritt, Schritt, lags auf den Boden. Keine Ahnung wie. Und ich oben drauf.

    Das werde ich nicht mehr los.

    Eine halbe Stunde später macht der Herr Tanzlehrer eine Figur mit ihr vor. „Keine Angst, da fällst du nicht. Oder, Andreas?“ Das wird kommen. Oft.

    Witzig aber, daas sie meinte, es sei kein „blauer“ Schmerz, den sie habe. Soll heissen: Es gibt keinen blauen Fleck.

    Sie ist Ärztin. Hat sie in Selbstversuchen herausgefunden, was blauer und was kein blauer Schmerz ist?
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  • Sie schreibt mich

    Über mnemosyne:

    Und ich wollte auch die Antwort auf die Frage Which writer wrote your book? Hmm? wissen:

    Dorothy Parker writes you, you wonderfully urbane, witty boozehound, you.

    Dorothy Parker

    Hm, boozehound? Wie das? Ich sagte, ich tränke Tee!

    Aber gleich ein Buch von ihr bestellt.

    Das Foto steht nicht unter der Creative Commons Lizenz.