Kategorie: Lesen


  • Mini-Essay

    Bernd Rauschenbach von der Arno-Schmidt-Stiftung hat folgenden Mini-Essay in einem Zettelkasten Arno Schmidts gefunden:

    Musil’s ‚M. o. Ei‘ ? : handelt auch bloß vom Fick’n !

    War schon ein Witzbold, der Arno. Aber verkannt.

    (ASml-News Nr. 22)


  • Relativ unsterblich

    Ulrich Holbein gratuliert in der FR Perry Rhodan zu irgendeinem krummen Jubiläum.

    Ich habe die „die größte Science-Fiction Serie der Welt“ auch mal gelesen, Lang her, 20 Jahre.

    Vor 10 Jahren habe ich es noch einmal versucht, doch die alte Faszination kam nicht wieder.

    Bleiben also die Erinnerungen an wildes Weglesen von riesigen Textbergen. Und das mehrfach, immer wieder. Wann habe ich zuletzt ein Buch noch einmal gelesen? Fällt mir nicht ein.


  • Amazon verkauft keine Diogenes-Bücher mehr

    Über Heise.de:

    Der Buchreport Express berichtet (PDF) über eine Auseinandersetzung zwischen Diogenes und Amazon. Diogenes ist nicht bereit, die von Amazon geforderten Rabatte zu gewähren. Daher verkauft Amazon keine Bücher des Diogenes-Verlags mehr.

    In dem Report wird auch Rainer Vollmer, Vertriebsleiter bei Schöffling & Co. zitiert:

    Alle haben Schwierigkeiten mit Amazon, aber kaum einer gibt es zu. Kaum einer hat die Chuzpe, ganz mit Amazon zu brechen.

    Schön ist auch die Tabelle mit Preisen für Werbung bei Amazon. Die Erwähnung in einem der Amazon-Newsletter kostet z.B. 2500 Euro.

    Amazon hat das beste Shop-System, ist aber inzwischen zu mächtig. Die Alternative liegt um die Ecke oder bei kleineren, aber sehr engagierten Online-Händlern wie z.B. Lehmanns.

    Ergänzung (1. Juni): Hier gibt es mehr zum Thema:

    Spiegel:

    Die Weigerung von Diogenes, weitere Zugeständnisse zu machen, könnte Nachahmer finden. Schon spekulieren Branchenkenner, dass sich weitere Verlage anschließen könnten. Ob sich die Unternehmen damit einen Gefallen tun, ist indes fraglich. Diogenes geht vorerst ein bedeutender Absatzkanal verloren. Amazon wiederum kann dem Anspruch nicht mehr genügen, Bücher aller wichtigen deutschen Verlage neu selbst zu verkaufen.

    In der FAZ:

    In dem sich permanent hochschaukelnden Kräftemessen zwischen Handel und Verlagen ist diese Auseinandersetzung zweifellos ein neuer Höhepunkt. Vielleicht wagen sich nun auch andere Verlage aus der Deckung? Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ringt ringt seit Jahr und Tag mit dem Bertelsmann Buchclub, der sich ähnlich wie Amazon in der Rolle des Quertreibers gefällt, auf der großen juristischen Matte. Mit immer neuen Versprechungen, Beschwichtigungen und einstweiligen Verfügungen. Und immer ist der Club eine Nasenlänge voraus. Amazon geht die Sache „full contact“ mit der Handkante an. In der allgemeinen Ramschgier, die die Branche erfaßt hat, kann man sich ausrechnen, wer die besseren Karten hat.


  • Gegen Amerika Geld verdienen

    Gestern habe ich mir in der Buchhandlung den Tisch mit den Neuerscheinungen und Bestsellern in der Ecke „Politik“ angesehen.

    Mit Büchern zum Thema „Amerika ist schlecht, Amerika ist böse“ kann man als Autor nichts falsch machen. Da verkauft sich alles.


  • Arno Schmidts Fotos in Hamburg

    Aus der Seite Nachrichten der Arno-Schmidt-Stiftung:

    Vom 07. Mai bis 11. Juli 2004 wird die Ausstellung »Arno Schmidt fotografiert – Bilder aus Bargfeld« gezeigt im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz (zwischen Hauptbahnhof und ZOB). Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr.

    Beiprogramm zur Ausstellung:

    • 15.05.2004, 19 Uhr – Lesung: Im Rahmen der »Langen Nacht der Museen« liest der Schauspieler Sebastian Baur Arno Schmidts Erzählung »Windmühlen«

    Matineen, jeweils Sonntags um 11 Uhr:

    • 09.05.2004 »Zettel’s Traum«-Simultanlesung mit Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma
    • 16.05.2004 Arno Schmidts Erinnerungen an seine Hamburger Kindheit, gelesen von Edgar Bessen
    • 06.06.2004 »Holunderblüte« Ein möglicher Arno-Schmidt-Monolog, collagiert und vorgetragen von Jan Philipp Reemtsma
    • 13.06.2004 »Arno Schmidt und Design« Vortrag von Bernd Rauschenbach
    • 27.06.2004 Podiumsdiskussion mit der Autorin Karen Duve und den Autoren Alban Nikolai Herbst und Georg Klein zum Thema »Können heutige Autoren von Arno Schmidt lernen?« Moderation: Tilman Spreckelsen (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
    • 04.07.2004 – Janos Frecot führt durch die Ausstellung
    • 11.07.2004 – Arno Schmidt: »Das zweite Programm«. Szenische Lesung mit Hermann Wiedenroth

    (Nach Entrichtung des Museums-Eintrittsgelds freier Eintritt zu allen Veranstaltungen. Keine Reservierungen, kein Vorverkauf. Begrenzte Platzzahl.)

    Ergänzung (16.5.): Ich war heute bei der Lesung mit Edgar Bessen. Freier Eintritt zu allen Veranstaltungen meint freien Eintritt zu allen Veranstaltungen im Museum am selben Tag. Nicht, was ich gehofft hatte…


  • Kulturjournalismus in Höchstform

    Über PlasticThinking:

    Bisher dachte ich ja auch, Kulturzeit auf 3SAT sei eine seriöse Sendung. Bis ich bei Andrea lesen konnte, wie ein Kulturzeitbeitrag über Thor Kunkel entstand.

    Mal wieder gelernt, dass eine große Portion Misstrauen nicht schaden kann. Schade, bisher hatte ich diese und ähnliche Sendungen gern als Argument für die Rundfunkgebühr genommen. Das wird schwieriger.


  • Goethe betreibt ein Blog

    Goethe schreibt ein Blog? Ja, Blogigo macht es möglich. Und außerdem noch James Cook. Ich bin gespannt auf die Kommentare.

    Vom 03. April 2004 an erscheinen bei blogigo drei Klassiker der Weltliteratur als Weblogs. In täglichen Einträgen könnt Ihr die Werke, die in Tagebuch- oder Briefform geschrieben sind, mitlesen und kommentieren. Für jeden Geschmack ist etwas dabei:

    James Cook: The Explorations of Cpt. James Cook (1769-1770)
    Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des Jungen Werther
    Johann Wolfgang von Goethe: Italienische Reise

    Quelle: Bloghaus


  • Pornopop und Teetrinken

    Ich kündige die TAZ. Mehr als die heutige Ausgabe braucht es nicht mehr. Eine Seite Pop und Pornografie und eine Seite Teetrinken. Das sind die Schwerpunkte von tazzwei und Kultur heute. Die TAZ: Das Klatschblatt für die jungen, wohlhabenden Hedonisten von heute, für die eine Partei wie die CDU noch zu uncool ist. Und noch nicht einmal ein Droste zum Trost.

    Ab zur Frankfurter Rundschau. Da gibt es am Freitag in FRPlus Georg Fülberth und seine Aufklärung über Wirtschaftsmythen. Auch sonst mehr Information und einfach Zahlen und Fakten statt Meinung überall. Und die Dokumentationsseite ist nicht zu schlagen.


  • Kunstrasen

    Ich habe leider keine Zeit, aber trotzdem etwas Werbung für Silke und ihre Overheadprojektor-Show:

    Am Mittwoch, den 24.03.04, ist es wieder soweit: KUNSTRASEN gastiert im Kukuun, und auch diesmal finden sich poetische Leckerbissen auf der Reeperbahn ein, um sowohl die Feinschmecker als auch die Kostverächter unter euch von ihren Geistesblitzen zu überzeugen.

    So wird z.B. Olli Boettcher unser Gast sein. Der nach eigener Aussage erste Kinski-Rezitator Hamburgs hat sich entschlossen, seine eigenen Geschichten zum Besten zu geben, die nicht minder spektakulär sein dürften. Außerdem werden Silke Stamm, langjährige Autorin aus Hamburg, und Konstanze Erhard, Mitarbeiterin des Mairisch-Verlages, uns die Ehre ihres Auftritts erweisen.

    Doch nicht nur die Ohren unserer werten Gäste werden verwöhnt: es gibt auch reichlich zu sehen, spätestens wenn Juri Englert die Bühne betritt, um zu demonstrieren, was er unter Ein-Mann-Improvisationstheater versteht. Der plastene Kunstrasen unserer kleinen Bühne dürfte sich zur wahren Augenweide wandeln!

    Wem das alles zu hornbrillig und konzentriert vorkommt, der sollte sich dennoch nicht abwenden und seinen Mittwoch gelangweilt zu Hause vor der Glotze verbringen, sondern spätestens nach dem literarischen Programm in Wallung geraten, wenn nämlich Jerobeam das Podest erklimmt und den musikalischen Teil des Abends einleitet. Mit seinen schrägen Texten und der Gitarre unterm Arm hat sich der Mann von Sono-Music mittlerweile einen Namen in der Stadt gemacht. Am 24. wird er dazu gänzlich neues Material vorstellen.

    Durch den Abend wird nach überstandener Krankheitsunterbrechung der fabulöse Fabian Bernhard führen. Also bitte, und das meinen wir verdammt ernst, wo in Hamburg bekommt ihr für Euro 5,- so ein berstend gutes Programm? Nirgends, lasst es euch gesagt sein!

    Lukas und Marius freuen sich auf euch!

    KUNSTRASEN, 24.03.04
    im Kukuun (ehem. FloridaArtHotel)
    Spielbudenplatz 22
    Einlass: 19.00
    Eintritt: Euro 5,-


  • Zeitungen verabschieden sich vom Internet – mit E-Paper

    Beim Perlentaucher ist ein schöner Artikel zum Thema Zeitungen im Internet erschienen.

    Es geht um das Thema E-Paper. Immer mehr Zeitungen stellen ihre Artikel nicht mehr als HTML-Seiten ins Internet, sondern als so genanntes E-Paper: Der Leser sieht im Browser eine 1:1-Darstellung der gedruckten Ausgabe. Mit allen Nachteilen: Schlechte Lesbarkeit und Probleme mit Suchmaschinen. Und oft mit sehr hohen Preisen, die kaum niedriger sind als die für die gedruckte Ausgabe.

    Verantwortlich dafür ist aber auch die Geiz-ist-geil-Mentalität im Internet:

    Das Publikum sollte nicht stolz darauf sein, dass es kollektiv so erfolgreich dem Sprung über die Bezahlschwelle verweigert. Genau derartige Mechanismen bewirken, dass zuletzt nur noch sparsam hergestellter Massenjournalismus angeboten werden kann.

    Es kann nicht darum gehen, von der Qualitätspresse zu verlangen, dass sie weiter alle ihre Inhalte frei ins Netz stellt. Sie sollte sich aber auch jenen zuwenden, die online nur einen Teil ihrer Print-Inhalte nutzen und nicht 70 Prozent des Print-Abonnements zahlen wollen.

    Eben.

    Eine ausführliche Studie (PDF) zur Nutzer(un)freundlichkeit hat die Universität Trier erstellt.