Autor: Andreas Rohlfs


  • Hamburger! Wo seid ihr gestern gewesen?

    Doch nicht etwa beim Fußball?

    Das hat sich doch sowieso nicht gelohnt.

    Dafür gab es im Polittbüro allerfeinsten Jazz und wunderbarste Musik vom Spardosen-Terzett und nur wenige waren da.

    Gut, nächstes Mal gibt es hier auf meinem vielgelesenen (*hüstel*) Blog Werbung.

    Versprochen!


  • Nicht unpolitischer Krimitipp und ein bisschen Rushdie

    Ich mag fiktive Schnüffler, die auch mal politisch denken. Wie Pepe Carvalho, erfunden von Manuel Vázquez Montalbán. Denke ich an Carvalho habe ich auch immer die Stimme Manfred Krugs im Ohr, der ihn vor vielen Jahren in einigen Hörspielfassungen gesprochen hat.

    Jacob Fabian, als Privatdetektiv von Christoph Ernst erdacht, ist auch so einer:

    Ryanair eilt der Ruf voraus, ebenso billig wie arbeitnehmerfeindlich zu sein. Was die Moral des Konsumenten zu einer Geldfrage macht. […] Die Alternative hieß Lufthansa. Lufthansa flog ab Hamburg, war teuer und genauso unkoscher. Nach Neuauflage des fabelhaften iranischen Mordaufrufs hatte die Firma verlautbaren lassen, künftig  werde man Rushdie nicht mehr befördern. Aus Sicherheitsgründen. Persische Staatsdiener durften weiterhin Bonusmeilen sammeln. Was den Westen so glaubwürdig macht, ist die Prinzipientreue, mit der er seine Ideale vorlebt.

    Aus: Christoph Ernst, Kein Tag für Helden (Textauszug), Emons Verlag (mit nervigen Frames, deshalb Buchinfo nicht verlinkbar)

    Ayatollah Khomeini rief vor 20 Jahren alle Moslems zum Mord an Salman Rushdie auf.

    Und die Bemerkung ist aktueller denn je.

    Zu Rushdie:

    Die Linke hat die Fatwa verinnerlicht (Perlentaucher)

    Das Buch zum Fluch (Freitag)

    Der Geist der Fatwa (Jungle World)

    Der Fluch des Khomeini (Jungle World)


  • Voller Erfolg der Borgs

    Was kann ein Linuxserver in einem Windowsnetzwerk? Bei dieser ausnahmsweise guten Diskussion im Heise-Forum habe ich den advocatus diaboli für Microsoft gemacht.

    Jetzt ist es also so weit: Die Microsoft-Borgs haben mich assimiliert. Widerstand war zwecklos.

    Mein Versuch, auf meinem Privat-PC von Windows zu Linux zu wechseln, ist schon lange gescheitert. Zu viele kleine Zickereien, die auf Dauer nur nervten. Entsprechend ruhig ist es hier ja auch in der Rubrik Linux geworden.

    Nun wollte ich es noch serverseitig wissen. Also: Was kann Linux? Mein Fazit aus der Diskussion bei Heise: Im Prinzip kriegt man alles hin. Nur: Es kostet viel Arbeitszeit und es gibt immer nur problemanfällige Insellösungen, keine Standards.

    Die Anforderungen waren:

    1. zentral gesteuerte Softwareverteilung von:
      • neuen, bisher noch nicht installierten Programmen
      • Updates,
    2. Loginscripte und serverbasierte Benutzerprofile und Home-Verzeichnisse,
    3. Zentrale Konfiguration von Anwendungseinstellungen wie im Active Directory über Gruppenrichtlinien.

    Das ganze wahlweise auch gern in einem reinen Linuxnetzwerk.

    Updateverteilung klappt recht gut. Dass ist bekannt. Ähnlich wie bei WSUS kann man sich dafür natürlich auch slebst kontrollierte Repositories basteln.

    Für den Rest als Ergebnis: Sehr viele Scriptbasteleien, wenn es denn geht.

    Ein Lichtblick für die Softwareverteilung: Opsi. Auf jeden Fall einen Blick wert.

    Nach wie vor bin ich dankbar für einen Buchtipp oder einen Link, der über die üblichen Linuxeinführungen hinaus geht. Die Fragen sind: Wie baue ich große Unternehmensnetzwerke mit Linux, gemischt mit Windows oder auch gern als reines Linuxnetzwerk? Wie löst man die obigen Anforderungen am geschicktesten?


  • CDU diffamiert Zensurgegner

    Die Debatte wird langsam rauher (Golem.de): 

    Die CDU/CSU-Fraktionsvizechefin Ilse Falk hat die Gegner von Internetsperren per Access Blocking beschuldigt, Kinderpornografie zu fördern. Kritiker handelten verantwortungslos und stellten „die Interessen skrupelloser Geschäftemacher über den Schutz der Kinder“, sagte Falk wörtlich.

    Das ist die Kinderpornostrategie in Reinform. Politiker, insbesondere der CDU, wollen das Internet überwachen und zensieren.

    So einfach ist das natürlich nicht durchzusetzen. Man muss Zensur also nur umdefinieren in eine Schutzmaßnahme. Und wer will nicht Kinder schützen.

    Zensurgegner macht Falk rhetorisch kurzerhand zu Kinderschändern. Wer will sich schon so einem Vorwurf aussetzen?

    Ist die Infrastruktur dann erst einmal da, können flugs die nächsten Schritte folgen: Erst werden rechtsradikale Seiten gesperrt, denn Nazis will schließlich jeder bekämpfen. Dann könnten schon Seiten mit angeblich beleidigendem Inhalt folgen. Und Politiker können schnell beleidigt sein!

     Und schon sitzt überall die Schere im Kopf. Schon einige Tage Blockade verursachen bei einem kommerziellen Anbieter erheblichen Schaden.

    Und ob ein Blogger überhaupt die Ressourcen hätte, gegen eine Blockade vorzugehen?

    Man könnte ebenso gut fordern, jede Wohnung komplett mit Kameras zu überwachen. Und jedem Verwandten eines Kindes einen GPS-Chip einsetzen, um seine Aufenthaltsorte zu protokollieren. Schließlich findet Kindesmissbrauch sehr häufig im Verwandtenkreis statt. Das könnte Kinder auch vor Missbrauch schützen. Will das jemand?

    Einige Sozialdemokraten wollen dieses Mal nicht mitmachen (Golem.de):

    Die SPD-Bundestagsfraktion unterstütze den Kampf gegen Kinderpornografie „in jeder Hinsicht“, heißt es in der Mitteilung von Monika Griefahn, Sprecherin der Arbeitsgruppe für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, medienpolitischer Sprecher der Fraktion, und Jürgen Kucharczyk, Berichterstatter im Unterausschuss Neue Medien. Sie bezweifeln jedoch, ob Zugangserschwernisse oder Sperrverpflichtungen dafür das geeignete Mittel sind. Mehrere Gutachten seien zu dem Schluss gekommen, dass solche Maßnahmen einen schwerwiegenden Eingriff in die im Grundgesetz verankerte Kommunikationsfreiheit darstellen.


  • Springer kapiert’s nicht

    Der Freitag versucht, offensiv mit der Herausforderung Internet umzugehen. Ich wünsche dem Freitag alles Gute dabei, sowohl wirtschaftlich als auch inhaltlich. Wie tief das Niveau in offenen Foren sinken kann, zeigt leider das Forum von heise.de.  

    Der im Vergleich zum Freitag riesige Axel-Springer-Verlag hat es wohl immer noch nicht begriffen. Der Leiter „Public Affairs“ des Verlages, Christoph Keese, fordert eine Verschärfung des Urheberrechts.   Dass Keese die Technik des Internets nicht, kann man ihm nachsehen. Er hält Proxyserver für „Vervielfältigungsmaschinen“, die illegale Kopien erstellen. Einfach nur lächeln und denken: Hättest du geschwiegen …  

    Aber dann wird es richtig schlimm: Keese wirft den Nutzern von Internetangeboten vor, sie bereicherten sich an den Informationen. „Wir sind über die Maßen erfolgreich, kriegen nur kein Geld dafür“, beschwert sich Keese.  

    Warum der Springer-Verlag seine Angebote nicht einfach kostenpflichtig macht, erklärt er nicht. Niemand zwingt schließlich irgendeinen Verlag, seine kostbaren Informationen ins Internet zu stellen.  

    Was will der Cheflobbyist des Unternehmens? Ein Verbot kostenloser Internetangebote? Steuersubventionen? Oder eine Art Internet-GEZ?

    (Das ganze ist ein Crosspost von freitag.de.)


  • Rotrot oder Tod? Die Hessenwahl als Vorzeichen

    Nach dem 27. September wird die SPD vorerst nicht mehr benötigt: Die neue Superkoalition aus CDU, FDP, Nichtwählern und Leitmedien wird das „Superwahljahr“ für sich entscheiden.

    Erleben wir den gemeinsamen Untergang zweier Altparteien [SPD und Linkspartei], die sich im Todeskampf aneinander klammern, um nicht zu ertrinken?

    Rotrot oder Tod? Die Hessenwahl als Vorzeichen – CARTA


  • Gaffer 2.0

    Beinahe sofort schwillt der Twitter-Stream an, Bilder landen auf Flickr und werden auf allen Kanälen hin und her geschickt. Die im Internet verfügbaren Daten werden zu Katastrophen-Mashups verknüpft: Die Flugdaten von Flug 1549 werden mit Google Maps oder Google Earth visualisiert. Luftfahrtenthusiasten versuchen die schwierige Landung mit dem Flugsimulator und stellen ein Video davon auf YouTube.

    „Da ist ein Flugzeug im Hudson (Heise)


  • Langsamer ist schneller

    I [Steven] remember when I was writing a portion of the Windows UI for Visual C++ and when I benchmarked against Borland C++ at the time, we were definitely faster (measured by seconds). However the reviews consistently mentioned Borland as being faster and providing feedback in the form of counts of lines compiled flying by. So I coded up a line count display that flashed a lot of numbers at you while compiling (literally flashy so it looked like it couldn’t keep up). In clock times it actually consumed a non-zero amount of time so we got „slower“ but the reviewers then started giving us credit for being faster. So in this case slower actually got faster.

    Engineering Windows 7 : Continuing our discussion on performance

    Schöne Anekdote über gefühlte Systemperformance.


  • Familie nur für Reiche

    Von der Erhöhung des Kindergeldes haben die Armen nichts. Die Erhöhung wird prompt wieder bei Hartz IV abgezogen.

    Dabei käme jeder Euro mehr bei den unteren Einkommens­gruppen praktisch sofort beim Konsum an, der jetzt doch so wichtig sein soll. Oder glaubt jemand wirklich, die zehn Euro mehr landeten bei einem Hartz IVler auf dem Sparbuch?

    Kommentar Erhöhung Kindergeld: Die zweite Ausgrenzung – taz.de.


  • Deutschlandradio Kultur macht PR für Astro TV

    Ich zahle gerne Rundfunkgebühren. Ich will Radio und nicht nur Dudelfunk. Deutschlandfunk und Deutschlandradio sind Radioinseln in einem Meer von Dudelschwachsinn.

    Die Sendung „Breitband“ befasst sich mit dem Thema Medien und Kommunikation. Ein Beitrag (MP3-Mitschnitt) in der Sendung vom 20. Dezember hört sich dagegen an, als habe ihn eine Agentur produziert und dem Sender kostenlos zur Verfügung gestellt. Das ist nicht ungewöhnlich.

    Astro TV und die zugehörige Webplattform bieten gegen viel Geld eine esoterische Lebensberatung an.

    Vera Linss befragt Sylvius Bardt, Vorstand der Astro TV-Betreiberfirma Questico AG. Sie gibt ihm dabei reichlich Gelegenheit, seine Erfolgsgeschichte darzustellen.

    Bardt sagt, er glaube selbst nicht an Astrologie. Eine kritische Journalistin hätte hier nachgefragt. Schließlich vertrauen hier Menschen, oft in schwierigen Situationen, einer sogenannten Beratung. Astro TV verkauft nicht irgendwelche Wunderputzmittel. Die können enttäuschte Kunden einfach in den Müll werfen.

    Astro TV nutzt die Hoffnung von verzweifelten Menschen aus, Beratung zu finden. Manchmal ruinieren sich Kunden finanziell bei der Nutzung dieses Angebots. Deshalb hatte Astro TV schon Schwierigkeiten mit den Landesmedienanstalten, die solche Programme lizenzieren müssen.

    Linss lobt Bardt als angenehmen Gesprächspartner der Landesmedienanstalten. Er habe inzwischen ein Prepaidsystem für seine Beratungsleistungen eingeführt. Über die Hintergründe erfährt der Hörer nichts.

    Das Deutschlandradio setzt mit solchen Beiträgen sein hohes Ansehen aufs Spiel.