Kostet extra!

So könnte es demnächst heißen, wenn die Pläne einiger großer Provider (zunächst solcher aus den USA) Wirklichkeit werden.

Bisher ist es so, dass alle Datenquellen gleich behandelt werden. Die Provider liefern die Daten, egal ob sie von diesem Weblog oder von Spiegel.de kommen.

Das soll anders werden: Amerikanische Telekommunikations- und Kabelnetzbetreiber wollen sich eine weitere Einnahmequelle erschließen. In Zukunft sollen nur noch die Daten sicher und schnell zum Kunden gebracht werden, für die ihre Urheber eine Durchleitungsgebühr bezahlt haben.

Beispiel: Amazon bezahlt an meinen Provider eine Durchleitungsgebühr, aber Amazons Konkurrent Bookzilla kann sich das als gemeinnütziger Buchhändler nicht leisten. Also kann ich bei Amazon problemlos einkaufen, die Seiten von Bookzilla sind aber nur sehr langsam oder gar nicht erreichbar.

Das Internet hat sich so rasant entwickelt, weil jeder die gleiche Chance hat, seine Daten zum Anwender zu bringen. Eine neue Webseite oder ein neuer Dienst (z.B. Jabber oder Bittorrent) stehen sofort und überall zur Verfügung, wenn erst einmal irgendwo im Internet ein Server steht.

Mit solchen Durchleitungsgebühren käme die Entwicklung fast zum Stillstand oder nur noch große Firmen können sich die Entwicklung neuer Dienstleistungen erlauben. Denn nur sie haben das Geld, den Dienst auch zum Anwender zu bringen. Eine Neugründung wie Mabber hingegen würde kaum noch eine Chance haben. Woher das Geld nehmen und die Zeit für den Aufwand, auch nur mit dem größten Provider jedes Landes zu verhandeln?

Auch aus meiner Sicht würde alles schwieriger: Welchen Provider soll ich nehmen? Haben meine bevorzugten Webseiten oder Webshops mit diesem Provider einen Durchleitungsvertrag? Kann ich meine E-Mails über GMX mit einem anderen Provider noch genauso gut lesen und versenden? Muss ich in Zukunft meinen Provider wechseln, wenn ein Dienstleister wie GMX sich nicht mit ihm über Durchleitungsgebühren einig wird? Man stelle sich solch eine Situation bei den Telefonanbietern vor!

Wir brauchen also eine gesetzlich festgeschriebene Neutralität der Netzbetreiber.

Viele Links dazu gibt es bei Netzpolitik.org und im Wikipedia-Artikel zum Thema Netzwerkneutralität.

2 Comments

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  1. Darf denn noch ein Komentar geschrieben werden, oder KOSTET EXTRA?

  2. Es darf kostenlos geschrieben werden ;-) Ich will sie nur genehmigen wegen des vielen Spams.

    Ich dachte, da käme ein Hinweis, wenn nicht, muss ich noch einmal ran.

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