Antiamerikanisch?

Ralph fragt sich, ob es antiamerikanisch sei, die Anschlagsserie in der Türkei für eine direkte Folge der amerikanischen Politk im Irak zu halten?

Antiamerikanisch nicht, aber doch zu einfach gedacht. Der Krieg geht gegen den ganzen Westen, nicht nur gegen die USA.

Ich traue den Terroristen mehr Sinn für Strategie zu. Außer der geographischen Nähe zum Irak gibt es einen zweiten Grund, warum islamistische Fundamentalisten die Türkei jetzt besonders angreifen: Die Türkei ist das Beispielland dafür, dass Islam und westliche Zivilisation in einem Land möglich sind. (Ich weiss um die Menschenrechtsprobleme in der Türkei, aber das ist kein Konflikt Islam gegen Westen.)

1 Comment

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  1. TITLE: zu einfach gedacht …?
    Es mögen die Anschläge in der Türkei nicht eine unmittelbare Folge der Irak-Politik der USA sein – grundsätzlich aber halte ich es für legitim, den gesamten (angeblich islamisch) fundamentalistischen Terror der letzten Jahre der Politik der USA zuzuschreiben.
    Man darf schließlich nicht vergessen, daß die USA seit Jahrzehnten mit dem Pulverfaß Naher und Mittlerer Osten spielen, sich einmischen, Regierungen stützen und andere stürzen … Daß das der ideale Nährboden für blinden Haß und schließlich Terrorismus ist, muß einleuchten. Zu unserem Pech richtet sich der Terrorismus nicht gegen die USA allein, sondern gegen „den Westen“, als dessen Führungsmacht die USA immer noch angesehen werden.

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