Datum: 22. September 2009

Atomistic View

Ein schönes Zitat aus der nettime-Mailingliste von Felix Stalder: (über: Jürgen Fenn)

The pirates, by and large angry white (young) men, advance primarily a negative concept of freedom (no surveillance, no copyright) in service of strong, productive individuals. Based on this atomistic view of freedom they envision organic communities of the like-minded. A kind of American-style libertarianism.

In certain contexts, like the volunteer communities of the internet, this can be a progressive position, but extended to society at large, it takes on a strong right-wing character. Because it has no sense of solidarity expect for peers, which are thought of as a select group. As long as there is infinite space to multiply the groups, as there is on-line, this is less of a problem, but off-line, this turns into exclusion.

Was wählen (3): Grüne

Ich bin eigentlich schon ganz schön grün, irgendwie.

Ich habe kein Auto. Ich fahre Bahn oder Bus, bin zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Ab und zu ergänzt ein Taxi oder ein Miet­wagen den Mix.

Ich kaufe den überzeugendsten Ökostrom, den ich finden konnte, keinen so genannten Ökostrom von den alten Monopol­­konzernen, die für jede Kilowatt­­stunde aus ihrem „Öko“-Tarifen an die Normal­­tarif­kunden nur eine Kilowatt­stunde Atom­strom mehr verkaufen.

Ich halte mich für liberal. Liberal in dem Sinne, dass jeder so leben soll, wie er mag. Ich habe nichts gegen „wilde“ Ehen (die wie meine eigentlich ganz schön ruhig sein können ;-) oder sonstige Formen von Lebens­gemeinschaften.

Trotz einiger Ausreißer engagieren sich die Grünen für Bürger­rechte, gegen Zensur und diskutieren offen das Urheber­recht.

Passt ganz gut. Und ich habe sie auch schon gewählt, taktisch, weil ich rot-grüne Bündnisse wollte.

Aber:

Kaum irgendwo gibt es so viele Anthroposophen, Esoteriker, Anhänger der „Alternativmedizin“ und allgemein Menschen, die vor der Moderne und besonders vor Technik schlicht Angst haben.

Ich will keine Schulen fördern, in denen Schüler ihren Namen tanzen. Der größte Mangel an unseren Schulen ist schlechter naturwissenschaftlich-technischer Unterricht. Die Grünen stehen eher für einen Unterricht, der die Kreativität fördert. Und damit ist dann gemeint: Malen und Musik.

Sie sind auf dem multikulturellen Auge blind. Deutschland ist ohne Zweifel ein Einwanderungsland. Ausgerechnet die Grünen verharmlosen die frauenfeindliche islamisch-patriarchale Kultur unter vielen Einwanderern und ihren Kindern.

Ein Einwanderungsland muss integrieren können. Dazu gehört eine gemeinsame Sprache. Doch das stellt für die Grünen offensichtlich ein Problem dar. Sie protestierten gegen den recht harmlosen Einbürgerungstest. Als eine Schule in Berlin-Wedding Deutsch zur „Pausenhofsprache“ erklärte, protestierten Grüne. Grüne engagieren sich für das frauenunterdrückende Kopftuch.

Die Grünen sind bereit, die Pressefreiheit für den multikulturellen Frieden zu opfern. Im Karikaturenstreit standen die Grünen eher auf Seiten der Islamisten. Westlichen Werten wie Meinungs­freiheit stehen die Grünen im Zweifel wohl eher kritisch gegenüber.

Unterm Strich auch hier: eher nicht.