Monat: Dezember 2008

Langsamer ist schneller

I [Steven] remember when I was writing a portion of the Windows UI for Visual C++ and when I benchmarked against Borland C++ at the time, we were definitely faster (measured by seconds). However the reviews consistently mentioned Borland as being faster and providing feedback in the form of counts of lines compiled flying by. So I coded up a line count display that flashed a lot of numbers at you while compiling (literally flashy so it looked like it couldn’t keep up). In clock times it actually consumed a non-zero amount of time so we got „slower“ but the reviewers then started giving us credit for being faster. So in this case slower actually got faster.

Engineering Windows 7 : Continuing our discussion on performance

Schöne Anekdote über gefühlte Systemperformance.

Familie nur für Reiche

Von der Erhöhung des Kindergeldes haben die Armen nichts. Die Erhöhung wird prompt wieder bei Hartz IV abgezogen.

Dabei käme jeder Euro mehr bei den unteren Einkommens­gruppen praktisch sofort beim Konsum an, der jetzt doch so wichtig sein soll. Oder glaubt jemand wirklich, die zehn Euro mehr landeten bei einem Hartz IVler auf dem Sparbuch?

Kommentar Erhöhung Kindergeld: Die zweite Ausgrenzung – taz.de.

Deutschlandradio Kultur macht PR für Astro TV

Ich zahle gerne Rundfunkgebühren. Ich will Radio und nicht nur Dudelfunk. Deutschlandfunk und Deutschlandradio sind Radioinseln in einem Meer von Dudelschwachsinn.

Die Sendung „Breitband“ befasst sich mit dem Thema Medien und Kommunikation. Ein Beitrag (MP3-Mitschnitt) in der Sendung vom 20. Dezember hört sich dagegen an, als habe ihn eine Agentur produziert und dem Sender kostenlos zur Verfügung gestellt. Das ist nicht ungewöhnlich.

Astro TV und die zugehörige Webplattform bieten gegen viel Geld eine esoterische Lebensberatung an.

Vera Linss befragt Sylvius Bardt, Vorstand der Astro TV-Betreiberfirma Questico AG. Sie gibt ihm dabei reichlich Gelegenheit, seine Erfolgsgeschichte darzustellen.

Bardt sagt, er glaube selbst nicht an Astrologie. Eine kritische Journalistin hätte hier nachgefragt. Schließlich vertrauen hier Menschen, oft in schwierigen Situationen, einer sogenannten Beratung. Astro TV verkauft nicht irgendwelche Wunderputzmittel. Die können enttäuschte Kunden einfach in den Müll werfen.

Astro TV nutzt die Hoffnung von verzweifelten Menschen aus, Beratung zu finden. Manchmal ruinieren sich Kunden finanziell bei der Nutzung dieses Angebots. Deshalb hatte Astro TV schon Schwierigkeiten mit den Landesmedienanstalten, die solche Programme lizenzieren müssen.

Linss lobt Bardt als angenehmen Gesprächspartner der Landesmedienanstalten. Er habe inzwischen ein Prepaidsystem für seine Beratungsleistungen eingeführt. Über die Hintergründe erfährt der Hörer nichts.

Das Deutschlandradio setzt mit solchen Beiträgen sein hohes Ansehen aufs Spiel.

My great uncle’s letters

Dave Winer entdeckt einen alten Verwandten:

German author Arno Schmidt was my great-uncle on my mother’s side, my maternal grandmother’s younger brother. I never met him, but when he died in 1979, my mother ended up with a collection of his writing. We want to donate these writings to a library for long-term preservation.

I also have a taped interview with Lucy Schmidt Kiesler, my grandmother, done by a Schmidt biographer, which I’m going to digitize and then release as an MP3 podcast.

My great uncle’s letters Scripting News

Ich kann es kaum erwarten.

Dessel macht den Schäuble und den-Bürgerrechtler

Die SPD hat ein großes Problem: Sie will es allen recht machen.

Das neueste Beispiel dafür liefert Andreas Dressel, SPD-Innenexperte der Bürgerschaftsfraktion in Hamburg. Einerseits kritisiert er die Enthaltung Hamburgs im Bundesrat bei der Abstimmung über das neue BKA-Gesetz. Er macht also den Schäuble:

Es hätte Hamburgs Verantwortung nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gut zu Gesicht gestanden, diesem Kompromiss [zwischen Bundestag und Bundesrat zum BKA-Gesetz] zuzustimmen.

Andererseits weist er auf Mängel im Hamburger Polizeirecht hin, das in einigen Bereichen in Konflikt mit Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts steht. Darauf berufe sich der grüne Justizsenator Steffen zwar immer, aber geändert habe sich am Gesetz auch nichts.

Was mache ich bei der nächsten Wahlentscheidung aus diesen Aussagen? Bei der Kritik am Hamburger Polizeigesetz stimme ich ihm ja zu. Andererseits macht er beim BKA-Gesetz den Schäuble und sich und die SPD damit nicht wählbar.

Ein Befürworter von mehr Überwachung wird Dressel und die SPD mit umgedrehter Begründung nicht wählen können.

So landet die SPD dann bei 20 Prozent.

Pfeifen im Walde

Man kann den Zugang zu Seiten oder deren Inhalte im Internet sperren. Für den naiven Internetnutzer sind sie dann auch nicht mehr zugänglich. Aber wer daran ein Interesse hat und sich halbwegs auskennt, der wird es immer schaffen, an diese Sachen zu gelangen. (Informatik-Professor Andreas Pfitzmann bei sueddeutsche.de zu den Sperrungsplänen von Frau von der Leyen.)

Das ist Pfeifen im Walde.

Die Internettechnik entwickelt sich immer noch schnell. Was heute technisch unmöglich scheint, wird in kurzer Zeit selbstverständlich sein. Die rasche Entwicklung des Internets ist dafür selbst der beste Beweis.

Auch die oft zitierte anarchische Struktur des Internets konnte nur in einer freien Gesellschaft entstehen. Ein totalitärer Staat hätte von Anfang an Kontrollen und Sperren eingebaut. Und für einen zentralistischen Aufbau des Netzes gesorgt.

Es braucht nicht viel Technik und aus dem freien Internet wird ein zentral kontrolliertes Netz. Die Voraussetzungen sind da: Der größte Teil des deutschen Internetverkehrs läuft über die Switche von DE-CIX. Die eine große Ausnahme bildet nur die Telekom. Diese zentralisierte Technik ließe sich schnell unter staatliche Kontrolle bringen.

Nicht nur totalitäre Staaten wie China arbeiten am kontrollierten Netz. Auch Australien baut an einem Filtersystem für das Internet.

In zehn Jahren wird das Internet immer noch Internet heißen. Aber es wird kein freies Netz mehr sein.