Jahr: 2007 (Seite 3 von 4)

Aufstand der Ungläubigen fast ohne Ungläubige

Die ARD gibt für die heute Abend laufende Sendung „Menschen bei Maischberger“ die Gästeliste bekannt:

– Witta Pohl – schloss einen Pakt mit Gott

– Bischof Gebhard Fürst – Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart

– Gabriele Kuby – zum Katholizismus konvertierte Esoterikerin

– Asiye Köhler – Mitglied im Zentralrat der Muslime in Deutschland, Frau des Zentralratsvorsitzenden Ayyub Axel Köhler

Was ist wohl das Thema? Die viel beschworene Rückkehr der Religionen? Gut möglich, die zwei anderen Gäste könnten aus Gründen der Ausgewogenheit (wir sind bei den Öffentlich-Rechtlichen) eingeladen sein, nämlich:

– Michael Schmidt-Salomon – Vorstandsprecher der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung

– Paul Schulz – Der frühere evangelische Pfarrer sagt heute von sich, er sei Atheist.

Ungläubiger Blick aufs Thema: „Aufstand der Ungläubigen: Keine Macht für Gott!“

Wie? Was? Das Thema sollen die Ungläubigen sein und dann sind nur zwei von ihnen zu Gast? Und vier Gläubige? Sind die beiden Atheisten so gut, dass ihre Kontrahenten nur in Überzahl mit ihnen klarkommen?

Ein oder zwei Gläubige wären in Ordnung, Ausgewogenheit muss ja sein, aber in dieser Runde hätte ich mir andere interessante Gäste gewünscht.

Wie wäre es mit Janosch gewesen? Eine religionskritische Zeichnung des Kinderbuchautors hat kürzlich Herrn Stoiber dazu veranlasst, aus dem Tigerentenclub auszutreten. Und die Bücher Janoschs sollen nach Meinung von Herrn Stoiber aus den Kindergärten verschwinden.

Oder einen Vertreter des Zentralrat der Ex-Muslime? Dessen Mitglieder riskieren mit ihrem Bekenntnis auch in Deutschland, von Islamisten bedroht  und verfolgt zu werden.

Grimms Märchen

Aus dem Nachwort (PDF) zur zweiten Auflage des „Manifest des Evolutionären Humanismus“:

Wie weit die christliche Dogmen- bzw. Selbstverleugnung dabei gehen kann, zeigte kürzlich ein Vortrag eines Verantwortlichen der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin. Dieser versuchte, die im Manifest des evolutionären Humanismus entwickelte Christentumskritik durch einen saloppen Vergleich auf die Schippe zu nehmen: Wer die Bibel heute noch so wortgetreu auslege wie der Autor des Manifests, meinte der EZW-Experte, der verhalte sich ähnlich naiv, wie jemand, der nach der Lektüre von „Hänsel und Gretel“ aufgeregt beim Jugendamt anrufe. Eine schöne Pointe gewiss, doch eines schien der EZW-Experte bei dieser humorigen Attacke völlig übersehen zu haben, nämlich dass er mit diesem Vergleich die Bibel (unfreiwillig?) auf eine Stufe mit „Grimms Märchen“ stellte. Ohne Frage: Einem religionskritischen Freidenker würde eine solche Position gut zu Gesichte stehen, nicht jedoch einem offiziellen Repräsentanten der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD).

Die EKD ist aber keine Institution der wortgetreuen Bibelauslegung. Es ist sehr einfach, Religionskritik auf dieser Basis zu üben. Im Alten Testament finden sich genug Stellen, über die man sich heute als Religionskritiker lustig machen oder sich empören kann, wenn man sie wörtlich auslegt. So weit geht der Hinweis des EZW-Verantwortlichen in die richtige Richtung.

Sollte die EKD aber tatsächlich meinen, die Bibel stünde auf einer Stufe mit „Grimms Märchen“, müsste sie sich schleunigst selbst auflösen. Denn warum sollte ausgerechnet Jesus dann keine Märchenfigur wie der gute Prinz in Dörnröschen sein?

Was ist paradox?

Wenn einer einzelnen befruchteten Eizelle jedes Menschenrecht zugestanden wird, ein heranwachsendes Baby aber bis zum dritten Monat straffrei abgetrieben werden darf.

Wir müssen uns beim Thema Stammzellenforschung irgendwann entscheiden.

Feisty Fawn ist draußen

Herzlichen Glückwunsch an das Ubuntu-Team! Feisty Fawn ist pünklich erschienen, auch wenn es zunächst nach einer Verzögerung aussah, denn der angekündigte Release Candidate sollte erst später erscheinen und erschien dann gar nicht mehr. Stattdessen jetzt die Vollversion direkt nach der letzten Beta.

Dies könnte die erfolgreichste Ubuntu-Version in der Geschichte werden. Das Interesse scheint sehr groß zu sein. Schon während des ganzen Tages war die Homepage von Ubuntu gar nicht oder nur sehr langsam erreichbar. Wahrscheinlich haben alle so wie ich die Seite häufig neu geladen, um nur ja nichts zu verpassen.

Wohl wegen der großen Serverlast ist die Startseite erst einmal sehr einfach aufgebaut, bis auf den kleinen stilisierten Freundeskreis gibt es zur Zeit keine Grafik auf der Seite.

Ubuntu-Startseite direkt nach dem Erscheinen von Feisty Fawn

Und so viele Leecher und Seeder hatte ich auch noch bei keinem Torrent.

Seeder und Leecher nach dem Release von Ubuntu Feisty Fawn

Trotzdem ist die ISO-Datei mittlerweile komplett hier. Aber ich lasse den Upload über Nacht laufen.

Ein paar weiterführende Texte:

  1. Phil Bull hat eine Übersicht über wichtige Neuerungen in Feisty
  2. Ubuntu selbst bietet eine kleine Tour durch die neuen Funktionen
  3. Ubuntus offizielle Presseerklärung
  4. Eine Anleitung für die Aktualisierung von Ubuntu und die deutsche Fassung im Wiki von Ubuntuusers
  5. Ein erster Test von Ubuntu Feisty Fawn bei Heise und bei Golem

Mark Shuttleworth, Initiator von Ubuntu, rührt ordentlich die Werbetrommel: Ein Interview bei Golem und beim österreichischen Standard.

Und das Wichtigste: Die Seite zum Herunterladen von Ubuntu. Bitte BitTorrent benutzen!

So, genug Fanboy gespielt ;-)

Ergänzung, 20.2. – In der Eile, die neue Version pünktlich herauszubringen, ist ein wohl Fehler durchgerutscht: Viele Besitzer von ATI X****-Grafikarten können mit der Desktop-CD nicht starten. Sie bekommen am Ende des Startvorgangs die Meldung, GDM könne nicht starten. Die grafische Oberfläche startet nicht, stattdessen gibt es einen Login in die Konsole.

Besitzer dieser Grafikarten sollten die Alternate-Install-CD herunterladen. Weitere Informationen hier und die Fehlermeldung dort.

Ubuntu hätte die Veröffentlichung lieber verschieben sollen. Der Fehler war rechtzeitig bekannt. Viele Einsteiger und Wechsler benutzen Ubuntu und sie sollten nicht gleich einen schlechten Eindruck bekommen.

Die unsichtbaren Protestanten

Der Papst hat Geburtstag und alle schreiben darüber. Nicht einmal die ärgsten Gegner können ihn noch totschweigen. Jetzt hat sogar der Spiegel – nicht gerade als vatikanfreundlich bekannt – eine Papstkolumne eingerichtet. Und an seinem Erscheinungstag schlägt das Ratzinger-Buch über Jesus sogar Harry Potter bei den Buchverkäufen.

Die Protestanten tun mir als ehemaligem Mitglied fast schon leid. Keiner nimmt sie mehr ernst. Sie haben ja auch kaum noch Selbstbewusstsein. Sie quengeln, wenn der Papst sie bei einem Deutschlandbesuch nicht einlädt (Luther dreht sich in Grab herum!) Sie beklagen sich, weil die Katholiken bei der Einheitsübersetzung der Bibel nicht auf die Mitsprache Roms verzichten wollen und stattdessen lieber getrennt übersetzen. Luther wäre das sicher egal.

Protestanten fallen vor allem dadurch auf, dass sie ihren Glauben selbst nicht mehr ernst nehmen. Wie sonst wäre der Versuch zu erklären, aus einem der größten Geschichtswerke der Menschheit eine politisch korrekte Soziologen-Version zu machen? (Luther dreht sich schon wieder im Grab herum.)

Ich will gerecht sein: Die katholische Kirche passt einfach zum Leitmedium Fernsehen. Die Meldungen lassen sich immer wieder auf eine Person zurückführen. Der Papst ist eine ähnlich gute Medienfigur wie die Queen. Und auf Inszenierungen versteht sich der Vatikan auch. Dagegen sind die Protestanten dröge Buchstabenfresser ;-)

So sah es auch in der Tagesschau am Abend des Ostersonntags aus: ein Filmbericht über die Feierlichkeiten in Rom, dann ein Filmbericht über die Feierlichkeiten in Deutschland mit Kardinal Lehmann und noch ein Filmbericht über die orthodoxe Kirche. Irgendwo dazwischen verlas die Sprecherin drei Sätze von Bischof Huber, ohne Film, nur mit einem (fernsehtechnisch gesehen langweiligen) Foto des Bischofs.

Was soll aus ihnen werden?

Wer hat’s gesagt?

Aus der Rubrik „Es gibt kein politisches Koordinatensystem mehr“.

Also: Wer hat’s gesagt?

Wir brauchen insgesamt in unserem Land familiengerechte Arbeitsplätze und nicht arbeitsgerechte Familien.

Tipp: Der Oskar war es schon mal nicht.

Zur Auflösung auf „Fortsetzung“ klicken.

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Nicht überzeugt

Diese Diskussion beim fscklog überzeugt mich gerade endgültig davon, die Finger von Apple zu lassen.

Apple scheint auf die Qualität der Produkte keinen Wert mehr zu legen.

Tischkante mit Bissspuren

Nein, dann doch nicht, ich konnte mich noch gerade noch beherrschen.Es ist schon eine Tragödie. Da glaubt man, man habe eine einigermaßen erträgliche Lösung gefunden, um aus dem selbst angerichteten Schlamassel zu kommen nur, um dann noch tiefer drin zu stecken.

Was soll ich dazu sagen? Wie soll eine Partei sich gegen so etwas absichern? Das ist wohl kaum möglich. Hoffentlich wird das bald aufgeklärt, sonst gibt es endlose gegenseitige Verdächtigungen.

Wenn man den Nachrichtenmeldungen glauben kann, liegt Petersen weit vorne. So weit, dass auch alle verschwundenen Stimmzettel Stapelfeldt nicht mehr nach vorne bringen könnten.

Damit haben wir ja doch ein brauchbares Ergebnis. Wenn die Tendenz so eindeutig ist, sollte Dorothee Stapelfeldt verzichten und die SPD sich eindeutig hinter Petersen stellen. Vielleicht haben ja jetzt alle Seiten etwas gelernt und die SPD in Hamburg rauft sich wieder zusammen.

Also jetzt wirklich in den Wahlkampf. Und zwar den gegen den politischen Gegner. Hamburg hat etwas Besseres als Ole von Beust verdient!

Ich habe übrigens Stapelfeldt gewählt.

Politisch unkorrekt

Anläßlich der Rauchverbotsdebatte möchte ich fast mit dem Rauchen anfangen.

Den Gedanken hatte ich vor drei Jahren Jahren schon einmal. Bin aber immer noch Nichtraucher.

Verzichtsrhetorik überall. Reicht’s nicht so langsam?

WordPress-Tipps

Zur Abwechslung ein paar aufgeschnappte WordPress-Tipps:

Mehr Schaltflächen im Editor (von Solo Technology), darunter eine Schaltfläche, um den Inhalt der Zwischenablage als reinen Text einzufügen. Umschalt + Alt + v (Firefox) drücken!

Tastaturkürzel im Editor (von TSL Designs): Wie der Name schon sagt…

WordPress schneidet auch im RSS-Feed den Text ab, wenn <!--more--> dazu benutzt wird, den Artikel auf der Hauptseite abzukürzen und den vollen Text erst nach einem Mausklick auf einen Verweis anzuzeigen. Das „Full Text Feed Plugin” ändert dies Verhalten.