Hier kommt vielleicht nach der Debatte um Eva Herman die nächste Debatte um tatsächliche oder angenommene Vergleiche mit dem Nationalsozialismus.

Ursache diesmal: ein scharfer Angriff von Claudia Roth, Vorsitzende der Grünen, auf den Augsburger Bischof Mixa. Er hatte mit seinen Äußerungen zur Familienpolitik der Bundesregierung die Krippenverfechter provoziert.

Roth nannte Mixa deshalb jetzt einen „durchgeknallten, spalterischen Oberfundi“.

Der Öffentlichkeitsreferent der Diözese Augsburg, Dr. Dirk Hermann Voß, antwortete ebenso scharf:

Die Wortwahl von Frau Roth gegenüber Bischof Dr. Walter Mixa erinnert in erschreckender Weise an die Propaganda-Hetze der National-Sozialisten gegen die Katholische Kirche und ihre Repräsentanten. Die verbalen persönlichen Attacken von Frau Roth gegen Vertreter der Kirche und ihr permanenter Versuch, sich selbst zur Zensurbehörde der gesellschaftspolitischen Diskussion in Deutschland zu machen, trägt seit langem schon beunruhigende faschistoide Züge.

Da ist er also wieder, der böse Vergleich mit dem Nationalsozialismus. Wer ihn bringt, verliert, heißt es ja. Eine solche Gleichsetzung beendet auf jeden Fall jede sachliche Debatte.

Voß hätte den Vergleich mit dem Nationalsozialismus besser unterlassen. Das war nicht klug. Statt „faschistoid“ hätte „totalitär“ Frau Roths Haltung besser getroffen. Wer jeden, der die Familienpolitik der Grünen nicht gutheißt, zum Spalter und Fundamentalisten erklärt, ist totalitär. Und wen soll Mixa eigentlich spalten? Die grüne Einheitsgesellschaft? Dabei will doch selbst Frau Roth laut SZ die Wahlfreiheit für Familien. Mixa sagt, mit einem Quasi-Zwang zur Kinderkrippe würden die Eltern nur für den Arbeitsmarkt verfügbar gemacht und hätten keine Wahlfreiheit. Das könnte auch eine linke Sicht sein.

Bei der letzten Wahl habe ich noch grün gewählt.

Notiz an mich selbst: Nachforschen über die Geschichte der Kirchen unter Hitler.