Monat: März 2005

Überwachung – Offener Brief an SPD und CDU

Als Reaktion auf das Wiefelspütz-Interview in der Frankfurter Rundschau hat die Initiative Stop 1984 einen Offenen Brief an die SPD geschrieben:

Herr Müntefering, bitte überlegen Sie angesichts dieser Entgleisung eines einzelnen Parteimitglieds, ob solche Äusserungen wie die von Herrn Wiefelspütz in der Öffentlichkeit als allgemeiner Konsens der SPD-Bundestagsfraktion angesehen werden sollen, und welcher Schaden daraus bei den Wählern für das Image Ihrer Partei entstehen könnte.

Zusätzlich hat die Initiative einen Offenen Brief an Herrn Zeitlmann und die CDU geschrieben, in dem sie die Forderung nach Zugriff für die Geheimdienste auf die Daten des Maut-Systems kritisiert.

Frühlingsgedicht 2

Trotz des typischen Hamburg-Wetters ein weiteres Frühlingsgedicht und zwar den Klassiker, wieder einmal aus dem „Neuen Conrady“ :

Er ist’s

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

Neuer E-Paper Anlauf mit Intel

Heise berichtet, dass Intel in E-Ink investiert. Vielleicht geht es dann etwas schneller bergauf mit dem elektronischen Papier?

Eigentlich freue ich mich darauf, mit längere Texte nicht immer ausdrucken zu müssen. Ein Palm reicht manchmal, aber nicht immer. Gerade jetzt, wo es morgens in der Bahn wieder heller wird, ist ein Palm nicht unbedingt brauchbar.

Sony hatte vor einen Jahr schon ein gutes Gerät vorgestellt, den Librie.

Schade nur, dass man damit nur Texte in einem Sony-eigenen Format lesen kann. Keine PDFs, kein HTML, keine gewöhnlichen Textdateien. Wahrscheinlich, weil man Angst vor Raubkopien von elektronischen Büchern hat.

Aber was soll ich mit einem E-Book, auf dem ich meine elektronischen Texte nicht lesen kann?

Vielleicht wird es ja dieses Mal besser, ich gebe die Hoffnung nicht auf!

Spiegel Linux Bashing – die Fortsetzung

Der schon etwas überfällige zweite Teil des Linux-Bashings von Spiegel Online ist erschienen.

Die umgedrehte Satire dazu ist auch schon da. Und obwohl sie eher witzig daherkommt, ist doch alles gesagt, was man zu diesem Artikel gesagt werden muss.

Eigentlich hat der Anwender „Raptor“ (Autor Klaus Lüber selber?) nur ein einziges Problem: Nämlich das Windows-Modem. Und vielleicht die mangelnde Einsicht in die Ursache seines Problems: Billige, weil ganz auf Windows zugeschnittene Hardware.

Polemisch ist er geblieben. In einer sachlichen Auseinandersetzung hätte er nicht geschrieben, der Code sei „zusammengeschrieben“ worden.

Die geforderte Absicherung gegen Ausfälle kenne ich sehr gut, nämlich vom sehr alten Editor Vi (und seiner Weiterentwicklung VIM). Der ist perfekt darin, nach einem Crash die Daten aus einer temporären Datei wiederherzustellen.

Und ja, man kann bei Linux (und jedem anderen Betriebssystem) zum Bastler werden, immer noch ein bßchen optimieren wollen, da muss doch noch was besser gehen? Welch technisch interessierter Anwender kennt das nicht?

Aber ist das ein Linux-Problem? In die Bastelfalle kann man genau so mit Windows geraten. Man kann auch einfach nur mit Linux arbeiten. Wie mit Windows 98 (ich kenne einige Anwender!) Oder MacOS.

Fazit: Der Artikel hätte die Chance sein können, sachlich einige Probleme von Linux zu beschreiben (mangelnde Unterstützung durch Hardwarehersteller). Leider spricht nur der persönliche Frust des Autors aus jeder Zeile des Artikels.

Spiegel-Linux-Artikel umgedreht

Sehr schön: Der Spiegel-Artikel zu Linux in einer umgedrehten Variante. Klasse!

Trollkampfplatz der Woche

Oha! Ja ist denn heut‘ schon Freitag? Das Forum zum Spiegel-Online-Artikel über die Benutzerfreundlichkeit von Linux wird bestimmt der Trollkampfplatz der Woche.

Da versucht sich ein Redakteur mit Linux und scheitert und berichtet von Leuten, die ebenfalls gescheitert sind.

Der Artikel selbst ist sehr polemisch geschrieben, aber nicht ganz an der Wahrheit vorbei. Wobei das Problem eher nicht bei Linux, sondern bei den Hardwareherstellern und -kaüfern liegt.

Bei den Hardwareherstellern, die keine technischen Details veröffentlichen und es damit den Linux-Entwicklern unmöglich machen, vernünftige Treiber zu entwickeln.

Bei den Hardwarekäufern, weil sie beim Einkauf im Geiz-ist-geil-Markt lieber noch zehn Euro sparen statt ein richtiges Modem (kein Winmodem) zu kaufen (das war das Beispiel im Artikel). Dasselbe gilt für Billigst-GDI-Drucker, die nur unter Windows laufen.

Trotzdem: Ja, bei aktuellster Hardware, gerade Notebooks, gibt es Probleme mit Linux. Das kann niemand leugnen. Das kann sich nur verbessern, wenn mehr Hardware-Hersteller Linux berücksichtigen.

Frühlingsgedicht

Da hier der ein oder andere immer mal nach Frühlingsgedichten sucht, habe ich ein wenig im „Neuen Conrady“ geblättert. Hier ein erstes:

Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Ludwig Uhland (1787-1862)

Ubuntu 5.04 Preview

Ubuntu hat eine Vorabversion von Ubuntu Linux 5.04 Hoary Hedgehog veröffentlicht.

Es gibt eine Live- und eine Installations-CD.

Die neue Version enthält schon das neue Gnome 2.10. Laut Ankündigung soll der Start des Systems sehr viel schneller gehen und die Ubuntu-Entwickler haben einige Arbeit in die Unterstützung von Laptops gesteckt.

Die endgültige Version soll im April erscheinen.