Datum: 26. Oktober 2004

Fernsehserie zum Ramadan zu liberal

Jedes Jahr zum Ramadan gibt es in arabischen TV-Sendern Fernsehserien speziell zu diesem Anlass. Sie boten auch immer wieder Anlass zur Kritik: Von israelischer Seite wurden den Sendungen vorgeworfen, antisemitisch zu sein.

Dieses Jahr sei das anders, schreibt Andrea Nüsse in der Frankfurter Rundschau.

Eine islamistische Gruppe forderte die Absetzung der in Jordanien gefilmten Serie Die Straße nach Kabul, welche die Liebesgeschichte einer Afghanin erzählt, die sich in London in einen Araber verliebt und mit ihm in ihre Heimat zurückkehrt. Dabei wird die Geschichte Afghanistans seit der sowjetischen Besatzung und anschließend unter der Herrschaft der Taliban erzählt. Die Unterdrückung der Frauen in dieser Zeit kommt dabei ebenso zur Sprache wie interne Streitigkeiten unter den Taliban-Fraktionen.

Das war islamischen Fundamentalisten offenbar zuviel. Eine bisher unbekannte Gruppe bedrohte alle an der Produktion Beteiligten und die Serie wurde abgesetzt.

Der Vorfall zeigt, wie groß die Macht selbst völlig unbekannter, aber gewaltbereiter islamistischer Gruppen geworden ist. Die Gruppe hat den Film nicht gesehen und warnt nur davor, dass sie alle Beteiligten verfolgen werde, „falls etwas anderes als die ,ehrbare Realität der Taliban'“ gezeigt würde. Die kann getrost als „intellektueller Terrorismus“ bezeichnet werden – so hatten arabische Medien vor zwei Jahren auch die israelische Kritik an der ägyptischen Ramadan-Serie Reiter ohne Pferd bezeichnet.

CDU gegen das Volk

Die CDU, die immerhin auf Bundesebene mit Unterschriftensammlungen gegen einen EU-Beitritt der Türkei mobil machen wollte, tut in Hamburg alles, um Volksentscheide zu erschweren.

Michael Neumann, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, schreibt in seinem Weblog über die Schikanen, die sich die CDU für Initiatoren von Volksentscheiden ausgedacht hat:

Nach Willen der CDU-Parlamentarier sollen Volksentscheide von Bürgerschafts-, Bundestags- oder Europawahlen abgekoppelt werden. Statt Wahllokale sollen nach dem Willen der CDU Dienststellen in den Bezirken zur Stimmabgabe genutzt werden. Damit ist vorauszusehen, dass die Beteiligung an Volksentscheiden geringer wird und dass die entsprechenden Quoren schwieriger zu erfüllen sein werden.

Außerdem will die CDU, dass Unterstützer-Unterschriften nicht mehr beispielsweise auf Wochenmärkten, in Kitas oder auf Spielplätzen gesammelt werden dürfen. In Zukunft sollen die Vordrucke nur noch in Behörden und Ämtern ausliegen. Schließlich sieht der CDU-Antrag vor, Sammellisten von Unterschriften nicht mehr zuzulassen. Stattdessen soll jeder Befürworter seine Adresse auf einem einzelnen Bogen angeben.

(Über: jschuessler)

Feuriger Fuchs auf der Jagd

Firefox und Mozilla bekommen immer mehr Aufmerksamkeit. In der Frankfurter Rundschau ist heute auf der Netzwelt-Seite ein großer Artikel über Firefox und den erstmals sinkenden Nutzerzahlen des Internet Explorers erschienen. Der Artikel ist voll des Lobes:

Das schlanke Programm hat viele Funktionen, auf die Explorer-Nutzer bis heute verzichten müssen.

Der Browser lässt sich vielfältig an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Wenn der Standardumfang nicht ausreicht, lassen sich per Mausklick viele weitere Funktionen integrieren.

Wird eine Lücke erkannt, dauert es meist nur wenige Tage, bis eine bereinigte Version bereitsteht.