Monat: Oktober 2004 (Seite 1 von 2)

John-Peel-Sonntag beim Freien Sender Kombinat

Aus einer Pressemitteilung des Freien Sender Kombinats (FSK) aus Hamburg:

Das Freie Sender Kombinat widmet dem britischen Radio-DJ John Peel am Sonntag,
den 31.10. einen ganzen Sendetag. Der legendäre BBC-DJ war am 26.10.04 an
Herzschlag gestorben. Peel hatte seit 1996 ehrenamtlich regelmäßige Sendungen
eigens für das FSK in Hamburg produziert. Danach wurde das Programm bei anderen
Freien Radios in der gesamten Bundesrepublik ausgestrahlt. Mehrere
öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland hatten John Peels DJ-Shows zuvor
wegen „mangelnder Massenkompatibilität“ abgesetzt.

Der John-Peel-Sendesonntag im FSK am 31.10.04:

  • 07:00 John Peel´s Music – vier Stunden John Peel exklusiv für FSK
  • 11:00 Statt John Peel Wildecker Herzbuben satt? Zur Forderung nach einer Musikquote in deutschen Rundfunksendern
  • 15:00 „Tribute to John Peel“ – Live-Programm mit Studiogästen, Interviews, Statements und Musik
  • 18:00 FSK-Radiokonzert Nr. 4 mit jungen Bands. Live im Studio spielen Eniac, Buddy Fucking Sound System, xrfarflight, Pommes Brutal, Vaz

Abschied vom Welt-Radio-DJ

John Peel ist tot.

Für welchen brauchbaren Sender hat er eigentlich kein Programm gemacht? Sogar für das kleine mittellose Freie-Sender-Kombinat aus Hamburg war er da.

Als John Peel nach Europa kam, fing er beim Nordsee-Piratensender Radio Caroline an. Das war trotz aller Piratensenderromantik ein kommerzielles Radio.

Aber John Peel ignorierte in seinen Nachtprogrammen die Playlists und spielte, was er wollte. Und das wurde dann sein Markenzeichen.

Heute sitzt bei den Kommerzradios nachts niemand mehr im Studio. Die Musik wird von Computern abgespielt.

Auf die Playlists kommen nur noch Stücke, die auch ja keinen Abschaltimpuls auslösen.

Bei den Internetradios sieht es nicht besser aus. Auch die spulen nur Playlists herunter, wenn auch für verschiedene Geschmäcker.

Lichtblicke gibt es höchstens im Nachtprogramm von NDR Info.

Fernsehserie zum Ramadan zu liberal

Jedes Jahr zum Ramadan gibt es in arabischen TV-Sendern Fernsehserien speziell zu diesem Anlass. Sie boten auch immer wieder Anlass zur Kritik: Von israelischer Seite wurden den Sendungen vorgeworfen, antisemitisch zu sein.

Dieses Jahr sei das anders, schreibt Andrea Nüsse in der Frankfurter Rundschau.

Eine islamistische Gruppe forderte die Absetzung der in Jordanien gefilmten Serie Die Straße nach Kabul, welche die Liebesgeschichte einer Afghanin erzählt, die sich in London in einen Araber verliebt und mit ihm in ihre Heimat zurückkehrt. Dabei wird die Geschichte Afghanistans seit der sowjetischen Besatzung und anschließend unter der Herrschaft der Taliban erzählt. Die Unterdrückung der Frauen in dieser Zeit kommt dabei ebenso zur Sprache wie interne Streitigkeiten unter den Taliban-Fraktionen.

Das war islamischen Fundamentalisten offenbar zuviel. Eine bisher unbekannte Gruppe bedrohte alle an der Produktion Beteiligten und die Serie wurde abgesetzt.

Der Vorfall zeigt, wie groß die Macht selbst völlig unbekannter, aber gewaltbereiter islamistischer Gruppen geworden ist. Die Gruppe hat den Film nicht gesehen und warnt nur davor, dass sie alle Beteiligten verfolgen werde, „falls etwas anderes als die ,ehrbare Realität der Taliban'“ gezeigt würde. Die kann getrost als „intellektueller Terrorismus“ bezeichnet werden – so hatten arabische Medien vor zwei Jahren auch die israelische Kritik an der ägyptischen Ramadan-Serie Reiter ohne Pferd bezeichnet.

CDU gegen das Volk

Die CDU, die immerhin auf Bundesebene mit Unterschriftensammlungen gegen einen EU-Beitritt der Türkei mobil machen wollte, tut in Hamburg alles, um Volksentscheide zu erschweren.

Michael Neumann, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, schreibt in seinem Weblog über die Schikanen, die sich die CDU für Initiatoren von Volksentscheiden ausgedacht hat:

Nach Willen der CDU-Parlamentarier sollen Volksentscheide von Bürgerschafts-, Bundestags- oder Europawahlen abgekoppelt werden. Statt Wahllokale sollen nach dem Willen der CDU Dienststellen in den Bezirken zur Stimmabgabe genutzt werden. Damit ist vorauszusehen, dass die Beteiligung an Volksentscheiden geringer wird und dass die entsprechenden Quoren schwieriger zu erfüllen sein werden.

Außerdem will die CDU, dass Unterstützer-Unterschriften nicht mehr beispielsweise auf Wochenmärkten, in Kitas oder auf Spielplätzen gesammelt werden dürfen. In Zukunft sollen die Vordrucke nur noch in Behörden und Ämtern ausliegen. Schließlich sieht der CDU-Antrag vor, Sammellisten von Unterschriften nicht mehr zuzulassen. Stattdessen soll jeder Befürworter seine Adresse auf einem einzelnen Bogen angeben.

(Über: jschuessler)

Feuriger Fuchs auf der Jagd

Firefox und Mozilla bekommen immer mehr Aufmerksamkeit. In der Frankfurter Rundschau ist heute auf der Netzwelt-Seite ein großer Artikel über Firefox und den erstmals sinkenden Nutzerzahlen des Internet Explorers erschienen. Der Artikel ist voll des Lobes:

Das schlanke Programm hat viele Funktionen, auf die Explorer-Nutzer bis heute verzichten müssen.

Der Browser lässt sich vielfältig an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Wenn der Standardumfang nicht ausreicht, lassen sich per Mausklick viele weitere Funktionen integrieren.

Wird eine Lücke erkannt, dauert es meist nur wenige Tage, bis eine bereinigte Version bereitsteht.

Peter Rühmkorf wird 75

Peter Rühmkorf wird heute 75. Alles Gute!

Lobeshymnen in der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau.

Einige seiner Gedichte zum Lesen und Hören bei Lyrikline.

Und er schenkt uns TABU II.

Wikinews

Wikinews nimmt sich vor, die Idee des „Bürgerjournalisten“ zu verbreiten,

weil wir glauben, dass jeder einen nützlichen Beitrag dazu leisten kann, den Überblick darüber zu bekommen, was in der Welt um uns herum geschieht.

Wir streben an, eine freie Nachrichtenquelle zu schaffen, die jeden Menschen einlädt, Berichte über große und kleine aktuelle Ereignisse beizutragen, sei es aus direkter Erfahrung oder in Form einer Zusammenfassung aus anderen Quellen. Wikinews gründet sich auf die Idee, dass wir etwas Neues erschaffen, nicht etwas Altes zerstören wollen. Es basiert auf dem Glauben, dass wir gemeinsam eine großartige und einzigartige Nachrichtenquelle aufbauen können, die die Medienlandschaft bereichern wird.

Im Gegensatz zu Indymedia will man sich an die Regeln des „neutralen Standpunkts“ halten.

(Über: IT&W)

Amazon will unser Geld nicht mehr

Große Anti-Firefox-Verschwörung!

Wie bei Nico und bei Kay will Amazon auch mein Geld nicht mehr.

Firefox and www.amazon.de cannot communicate securely because they have no common encryption algorithms.

Irgendwelche Root-Zertifikate abgelaufen?

Unter Advanced –> Security ist jedenfalls alles angekreuzt.

15:39 – Geht wieder! Doch keine große Verschwörung.

Creative Commons in 20 Worten

37 Signals sucht nach einer kurzen Beschreibung, was Creative Commons ist.

Mein Favorit bisher:

„Share your cake and keep it too“

(Quelle: Boing Boing)

Firefox in die New York Times

Spread Firefox“ sammelt Spenden für eine ganzseitige Anzeige in der New York Times zur Veröffentlichung der Version 1.0 von Firefox.

Wer seinen Namen einmal in der New York Times gedruckt sehen möchte, braucht nur 30$ (oder mehr) zu spenden ;-)

Auch ohne diesen „Ansporn“: Etwas finanzielle Unterstützung können Open-Source-Projekte immer gebrauchen. Und ehrlich: Wir benutzen doch nicht nur alle freie Software, weil wir dabei an Freibier denken, oder?

(Quelle: Heise)