Datum: 31. Januar 2004

Dabei gewesen und nichts wissen

Schon merkwürdig:

Selbst dabei gewesen und trotzdem eigentlich alles unklar.

Also trotzdem versuchen, sich über die Medien ein Bild zu machen.

Hamburger Polizei jagt Antifaschisten

Heute war ich auf der Demonstration gegen den Neonaziaufmarsch in Hamburg, der sich gegen die Wehrmachtsausstellung wendete.

Dies war nicht meine erste Antifa-Demo in Hamburg. Die heutige lief eigentlich ziemlich „ordentlich“ ab, z.B. gab es keine Abweichung von der Route.

Dennoch hat die Hamburger Polizei die Demonstration kurz vor der Abschlusskundgebung recht brutal aufgelöst.

Ich habe leider nicht sehen können, was an der Spitze der Demonstration geschah. Nach Erzählungen war es so, dass die Polizei die Demonstration kurz vor ihrem eigentlichen Endpunkt stoppte. Ich vermute, dass es dann vorne zu ein paar Rangeleien gekommen ist. Daraufhin hat die Polizei ihr Programm durchgezogen, es gab Wasserwerfer- und Schlagstockeinsatz. Dann wurden die Demonstranten die Weidestraße hinunter auseinandergetrieben.

Mein Eindruck ist, dass die Polizei die Eskalation wollte. Bei früheren Demonstrationen gab es von Anfang an mehr Verstöße, zum Beispiel gegen die Route der Demonstration. Ich kann mich an eine Demonstration erinnern, bei der eigentlich nur eine Kundgebung, aber keine Demonstration genehmigt war. Dennoch ist fast die gesamte Demo in die Innenstadt auf die Mönckebergstraße gezogen. Seinerzeit wurde das von der Polizei nur begleitet. Daher ist auch nichts passiert und irgendwann löste sich die Demonstration auf. Dieses Mal wollte wohl jemand Krawall. Wahlkampf?

Aktualisierung 22:06:

Zitat aus Indymedia:

Dass die Demo ohne Ankündigung mit massivem Wasserwerfereinsatz aufgelöst wurde, ist wirklich kacke! Es ist aber nicht so, dass dies völlig grundlos geschehen sei. Während der Demo flogen kurz vor der Auflösung nicht nur Schneebälle, sondern auch Steine und Flaschen in Richtung Polizei. Ausserdem wurde mit Leuchtmunition geschossen. Ich finde es trotzdem, wie gesagt, sehr ärgerlich mit welcher unnötigen Härte die Polizei die Demo dann aufgelöst hat, ohne jede Ankündigung. Nur grundlos war dieser Einsatz eben nicht.

Mehr Berichte über die Demo in Hamburg

Mehr Berichte über die Demo in Hamburg:

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Die Demonstration und die Israel-Fahne

Antifaschismus schützt offenbar vor Antisemitismus nicht.

Als die Demonstration gegen den Naziaufmarsch startete, standen am Rand einige Demonstranten mit Israel-Fahnen und beschimpften die Teilnehmer der Demonstration.

Durch Berichte von verschiedenen Augenzeugen bei FSK kann ich mir das nun erklären.

Als sich die Demonstration aufstellte, begannen wohl einige Teilnehmer Israelfahnen zu schwenken.

Das hat wohl einige Teilnehmer der Demonstration sehr gestört. Die Fahnenträger sollen mit „Mörder! Mörder!“-Rufen aus der Demo gedrängt worden sein.

Ich bin ja bereit, auf solchen Demonstrationen so manches zu ertragen, einfache Parolen und sehr merkwürdige Meinungen.

Aber wenn ich so etwas mitbekomme, komme ich doch sehr ins Grübeln. Das ist ja eine echte Schande. Ob ich noch einmal auf so eine Demonstration gehe?
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Hamburgs Wasserwerfer verteidigen Nazis

Auch die folgende Meldung kam über FSK:

Als die Nazidemo von der Polizei für beendet erklärt wurde, wurden die Nazis nicht etwa wie die Gegendemonstranten auseinander getrieben.

Eine Reporterin des FSK berichtete, es sei zwar ein Wasserwerfer aufgefahren, aber er ziele nicht auf die Nazidemo, sondern in die andere Richtung, als ob die Nazis gegen Gegendemontranten (die gar nicht da waren) geschützt werden sollten.
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Anwohner dürfen keine Transparente hängen

Zur Nazidemo in Hamburg gerade folgende kleine Geschichte durch FSK.

Einige Anwohner der Jarrestraße, durch die rechte Demonstranten heute zogen, haben offenbar Transparente aus dem Fenster gehängt.

Die Polizei drohte damit, diese Wohnungen deshalb zu stürmen. Die Transparente dürften angeblich nicht hängen.

Mit Hilfe des Ermittlungsausschuss konnte die Situation offenbar entschärft werden.

Die Polizei in Hamburg scheint heute wirklich alles getan zu haben, dass die Nazidemo sauber durchgeführt werden konnte.
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