Artikel zum Thema ‘Lesen’

Elfriede Jelinek hat (fast) ein Blog

Donnerstag, 14. Oktober 2004

Elfriede Jelinek in einem Interview in der Frankfurter Rundschau über ihre Homepage:

Sie haben ja eine eigene Website und haben sicher viele Gratulationen via E-Mail erhalten. Wie viele sind es, haben Sie schon einige gelesen?

Ich habe sie sogar schon beantwortet, wenn auch nur kurz. Es müssen so um die 300 gewesen sein. Meine Homepage ist mir sehr wichtig, und sie soll vor allem ausländischen Studentinnen und Studenten helfen, die ja nicht so leicht an die Texte herankommen. Ich veröffentliche inzwischen viele meiner Arbeiten, vor allem die Essays, auf meiner Homepage, denn ich möchte nicht, dass sie als Buch erscheinen. Sie eignen sich nicht dafür, gesammelt zu werden und dann sozusagen unter einem Dach zu erscheinen. Ich habe auch ein großes Problem mit Öffentlichkeit. Und auf diese kleine elektronische Weise habe ich die Möglichkeit, nicht daheim und doch zu Hause zu sein. Außerdem habe ich eine Rubrik: Notizen. Da kann ich schnell und ohne die Schwere, die es in einer Zeitung hätte, auf politische Ereignisse und Schweinereien reagieren. Ich spreche sozusagen vor mich hin. Es ist dann kein literarisches Sprechen, sondern eher wie Tagebuchschreiben.

Was sie über die Notizen sagt, trifft auch auf jedes Weblog zu. Nur wird die Seite wohl nicht als Blog durchgehen, weil die Beiträge nicht chronologisch geordnet sind. Trackback und Kommentare gibt es auch nicht.

Das Steinerne Herz

Mittwoch, 22. September 2004

Ich lese es gerade: Arno Schmidt, Das Steinerne Herz.

Und dazu die Seite mit Material zum Buch und einem virtuellen Rundgang durch das Steinerne Herz samt Fotos.

Mitleser in Hamburg gesucht

Mittwoch, 15. September 2004

Als Ergänzung zur Gründung eines virtuellen Buchklub bei Twoday:

In Hamburg sucht ein “real life”-Buchclub nach neuen Mitgliedern. Einige Teilnehmer sind weggezogen und deshalb wird der Kreis jetzt etwas klein.

Wir treffen uns alle zwei Wochen.

Aktuell ist Gabriel Garcia Marquez mit “Chronik eines angekündigten Todes” dran. Davor haben wir untern anderem Bücher von Joseph Konrad, Paul Auster, Monika Maron, Arno Schmidt und Jeffrey Eugenides gelesen.

Bei Interesse Mail an blog@andreas-journal.de

Tauschbörse für Bücher

Montag, 13. September 2004

Buchticket bietet eine Tauschbörse für Bücher an.

Quelle: Posting in de.rec.buecher.

Mini-Essay

Mittwoch, 21. Juli 2004

Bernd Rauschenbach von der Arno-Schmidt-Stiftung hat folgenden Mini-Essay in einem Zettelkasten Arno Schmidts gefunden:

Musil’s ‘M. o. Ei’ ? : handelt auch bloß vom Fick’n !

War schon ein Witzbold, der Arno. Aber verkannt.

(ASml-News Nr. 22)

Relativ unsterblich

Freitag, 11. Juni 2004

Ulrich Holbein gratuliert in der FR Perry Rhodan zu irgendeinem krummen Jubiläum.

Ich habe die „die größte Science-Fiction Serie der Welt“ auch mal gelesen, Lang her, 20 Jahre.

Vor 10 Jahren habe ich es noch einmal versucht, doch die alte Faszination kam nicht wieder.

Bleiben also die Erinnerungen an wildes Weglesen von riesigen Textbergen. Und das mehrfach, immer wieder. Wann habe ich zuletzt ein Buch noch einmal gelesen? Fällt mir nicht ein.

Amazon verkauft keine Diogenes-Bücher mehr

Montag, 31. Mai 2004

Über Heise.de:

Der Buchreport Express berichtet (PDF) über eine Auseinandersetzung zwischen Diogenes und Amazon. Diogenes ist nicht bereit, die von Amazon geforderten Rabatte zu gewähren. Daher verkauft Amazon keine Bücher des Diogenes-Verlags mehr.

In dem Report wird auch Rainer Vollmer, Vertriebsleiter bei Schöffling & Co. zitiert:

Alle haben Schwierigkeiten mit Amazon, aber kaum einer gibt es zu. Kaum einer hat die Chuzpe, ganz mit Amazon zu brechen.

Schön ist auch die Tabelle mit Preisen für Werbung bei Amazon. Die Erwähnung in einem der Amazon-Newsletter kostet z.B. 2500 Euro.

Amazon hat das beste Shop-System, ist aber inzwischen zu mächtig. Die Alternative liegt um die Ecke oder bei kleineren, aber sehr engagierten Online-Händlern wie z.B. Lehmanns.

Ergänzung (1. Juni): Hier gibt es mehr zum Thema:

Spiegel:

Die Weigerung von Diogenes, weitere Zugeständnisse zu machen, könnte Nachahmer finden. Schon spekulieren Branchenkenner, dass sich weitere Verlage anschließen könnten. Ob sich die Unternehmen damit einen Gefallen tun, ist indes fraglich. Diogenes geht vorerst ein bedeutender Absatzkanal verloren. Amazon wiederum kann dem Anspruch nicht mehr genügen, Bücher aller wichtigen deutschen Verlage neu selbst zu verkaufen.

In der FAZ:

In dem sich permanent hochschaukelnden Kräftemessen zwischen Handel und Verlagen ist diese Auseinandersetzung zweifellos ein neuer Höhepunkt. Vielleicht wagen sich nun auch andere Verlage aus der Deckung? Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ringt ringt seit Jahr und Tag mit dem Bertelsmann Buchclub, der sich ähnlich wie Amazon in der Rolle des Quertreibers gefällt, auf der großen juristischen Matte. Mit immer neuen Versprechungen, Beschwichtigungen und einstweiligen Verfügungen. Und immer ist der Club eine Nasenlänge voraus. Amazon geht die Sache “full contact” mit der Handkante an. In der allgemeinen Ramschgier, die die Branche erfaßt hat, kann man sich ausrechnen, wer die besseren Karten hat.

Gegen Amerika Geld verdienen

Donnerstag, 27. Mai 2004

Gestern habe ich mir in der Buchhandlung den Tisch mit den Neuerscheinungen und Bestsellern in der Ecke „Politik“ angesehen.

Mit Büchern zum Thema „Amerika ist schlecht, Amerika ist böse“ kann man als Autor nichts falsch machen. Da verkauft sich alles.

Arno Schmidts Fotos in Hamburg

Montag, 10. Mai 2004

Aus der Seite Nachrichten der Arno-Schmidt-Stiftung:

Vom 07. Mai bis 11. Juli 2004 wird die Ausstellung »Arno Schmidt fotografiert – Bilder aus Bargfeld« gezeigt im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz (zwischen Hauptbahnhof und ZOB). Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr.

Beiprogramm zur Ausstellung:

  • 15.05.2004, 19 Uhr – Lesung: Im Rahmen der »Langen Nacht der Museen« liest der Schauspieler Sebastian Baur Arno Schmidts Erzählung »Windmühlen«

Matineen, jeweils Sonntags um 11 Uhr:

  • 09.05.2004 »Zettel’s Traum«-Simultanlesung mit Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma
  • 16.05.2004 Arno Schmidts Erinnerungen an seine Hamburger Kindheit, gelesen von Edgar Bessen
  • 06.06.2004 »Holunderblüte« Ein möglicher Arno-Schmidt-Monolog, collagiert und vorgetragen von Jan Philipp Reemtsma
  • 13.06.2004 »Arno Schmidt und Design« Vortrag von Bernd Rauschenbach
  • 27.06.2004 Podiumsdiskussion mit der Autorin Karen Duve und den Autoren Alban Nikolai Herbst und Georg Klein zum Thema »Können heutige Autoren von Arno Schmidt lernen?« Moderation: Tilman Spreckelsen (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
  • 04.07.2004 – Janos Frecot führt durch die Ausstellung
  • 11.07.2004 – Arno Schmidt: »Das zweite Programm«. Szenische Lesung mit Hermann Wiedenroth

(Nach Entrichtung des Museums-Eintrittsgelds freier Eintritt zu allen Veranstaltungen. Keine Reservierungen, kein Vorverkauf. Begrenzte Platzzahl.)

Ergänzung (16.5.): Ich war heute bei der Lesung mit Edgar Bessen. Freier Eintritt zu allen Veranstaltungen meint freien Eintritt zu allen Veranstaltungen im Museum am selben Tag. Nicht, was ich gehofft hatte…

Kulturjournalismus in Höchstform

Mittwoch, 28. April 2004

Über PlasticThinking:

Bisher dachte ich ja auch, Kulturzeit auf 3SAT sei eine seriöse Sendung. Bis ich bei Andrea lesen konnte, wie ein Kulturzeitbeitrag über Thor Kunkel entstand.

Mal wieder gelernt, dass eine große Portion Misstrauen nicht schaden kann. Schade, bisher hatte ich diese und ähnliche Sendungen gern als Argument für die Rundfunkgebühr genommen. Das wird schwieriger.