Breezy Badger (Ubuntu 5.10) ist da

Die neue Version von Ubuntu – Breezy Badger – ist da.

Eine deutschsprachige Übersicht über die Neuerungen gibt es bei ubuntuusers.de.

Ich habe mir schon den Release Candidate installiert.

Für mich das Wichtigste: Gnome 2.12 hat (rein subjektiv, ich habe keine Messungen gemacht) enorm an Tempo zugelegt.

Noch bei Gnome 2.10 hatte ich immer das Gefühl, mein Rechner würde ausgebremst. Immer musste ich einen Augenblick zu lange warten, bis das gewählte Menu erschien oder ein Dialogfeld sich öffnete. KDE und Windows XP liefen sehr viel flotter.

Gnome 2.12 ist jetzt ebenso schnell.

Ach ja, der Rechner: Athlon XP 2400. 1 GB RAM. Daher sollte also das lahme Gefühl bei Gnome 2.10 nicht kommen.

Download, bitte möglichst mit Bittorrent.

Oh Gott, Google!

Googles Suchergebnisse waren auch schon mal besser.

Bei der Suche nach „katholische Kirche Hamburg“ gibt Google als ersten Treffer die evangelisch-lutherische Kirche aus, dann die ukrainisch-katholische Kirche.

Dann folgen Links auf katholische-kirche-hamburg.icie.sk, katholische-kirche-hamburg.hau.be und katholische-kirche-hamburg.interfriend.sk. Bei den Links landet man bei Seiten zum Thema „Adult Friend Finder Sex-Kontaktanzeigen“.

Wenn die Suchmaschinenspammer so weitermachen, finden wir bald nichts mehr in Netz.

Yahoo kann es übrigens besser. Die Seiten des Erzbistums Hamburg kommen an erster Stelle.

Ergänzung, 14. Oktober: Mittlerweile ist das Erzbistum Hamburg auch bei Google an erster Stelle. Vielleicht sollten alle Blogger unzureichende Suchergebnisse mit einer „richtigen“ Verlinkung korrigieren.

Fehler Nummer 1

Aus der FAQ von Mark Shuttleworth zu Ubuntu:

Why do I do Ubuntu?

To fix bug #1 of course.

Und was ist Fehler Nummer 1?

Microsoft has a majority market share

Non-free software is holding back innovation in the IT industry, restricting access to IT to a small part of the world’s population and limiting the ability of software developers to reach their full potential, globally. This bug is widely evident in the PC industry.

Ein Mann mit einer Mission ;-)

Rights Management auf alten Medien

Manchmal ist folgende Übung hilfreich, um sich den Unsinn vor Augen zu führen, der in der „digitalen Welt“ blüht: Man stelle sich dieselbe „Lösung“ einfach in der realen Welt vor.

Beispiel DRM: Digital Rights Management nennen es die Erfinder der Technik, Digital Restrictions Management trifft die Sache eher.

Was für eine Frechheit DRM-Techniken und die zugehörigen Nutzungsbedingungen sind, wird aber erst klar, wenn man sie einmal auf ein altes Medium wie das Buch anwendet.

Das hat Mathias Schindler in seinem Weblogs getan: Nutzungsbestimmungen eines Buches

Der Blackberry, die Sicherheit und die nationale Abh

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt davor, den Mail-Push-Dienst der Firma Blackberry zu benutzen. (Siehe Artikel bei Heise)

Alle E-Mails, die auf den Blackberrys angezeigt werden, durchlaufen die Server der Firma Blackberry, die in den USA stehen. Damit können amerikanische Behörden auf die E-Mails zugreifen. So wie deutsche Behörden auf E-Mails zugreifen, die auf Servern in Deutschland liegen.

Eines ist richtig an dieser Warnung. Wer den Blackberry benutzt, fügt noch einen weiteren Server in die „Lieferkette“ der E-Mail ein. Jeder weitere Server ist natürlich potentiell ein Sicherheitsloch.

Unverschlüsselte E-Mails sind grundsätzlich ein Problem, weil sie auf dem Weg vom Sender zum Empfänger von jedem gelesen werden können, die Zugriff auf den Datenverkehr zwischen den Servern hat. Und das sind nicht wenige. Im Prinzip können die Datenpakete an jedem Router abgegriffen werden.

Deutsche Behörden haben aber keinen Zugriff auf die Server der Firma Blackberry. Mir scheint, dies ist das größte „Sicherheitsproblem“ für unsere Abhörpolitiker. Wo bleiben die Warnungen des BSI vor Gmail, AOL, Yahoo.com und anderen Providern, deren Server nicht in Deutschland stehen?

Microsoft Office und PDF

Etwas überraschend hat Microsoft angekündigt, dass die kommende Office Version 12 auch PDF-Unterstützung bieten wird.

Hoffentlich ist das kein schlechtes Zeichen – für das PDF-Format. Wenn Microsoft wie üblich handelt, wird es in ein paar Jahren vielleicht kein einheitliches PDF mehr geben, sondern eines von Microsoft und ein „anderes“.

Denn auch wenn Openoffice weiter Marktanteile gewinnt, wird Microsoft Office noch viele Jahre lang der Marktführer sein. Und das bedeutet, dass in zwei oder drei Jahren, wenn die neue Office-Version sich erst einmal ausgebreitet hat, ein großer Teil der Dokumente im PDF-Format mir Microsoft Office erstellt sein wird.

Dann kann Microsoft es wie üblich machen: Eine „Erweiterung“ einbauen, die viele Vorteile verspricht. Microsoft wird selbstverständlich einen Reader anbieten, der diese Erweiterungen voll ausnutzt. Nur die anderen Reader (von Adobe und die Reader von MacOS und Linux) werden diese Dateien nicht mehr anzeigen können.

Und dann ist es mit der Portabilität von PDF vorbei.

Microsoft will ein eigenes Format einführen, das dieselben Funktionen wie PDF bietet: Metro. Microsoft könnte auf diese Weise die beiden Formate im Bewusstsein der Anwender vermischen und die Unterschiede verschwimmen lassen. Ein und derselbe Reader wird beide Formate anzeigen, mit demselben Dateisymbol im Explorer. Für den Nur-Microsoft-Anwender werden beide Formate dasselbe leisten.

Office wird dann beim Export nach PDF vorschlagen, das ausgereiftere Metro-Format zu benutzen. Und so wird sich dieses Format klammheimlich durchsetzen.

Hoffentlich nur ein Albtraum.

Google Talk gestartet

Nun ist es also soweit, die Gerüchte sind wahr: Google Talk ist gestartet.

Google Talk basiert auf Jabber, Google bietet einen eigenen Client an, aber auch andere Jabber-Software soll funktionieren.

Mit Google Talk kann man nicht nur Textnachrichten versenden, sondern auch telefonieren.

Google Talk erfordert einen Account bei Google Mail. Zur Zeit ist nur die Kommunikation mit anderen Nutzern von Google Mail möglich. Benutzer anderer Jabber-Server sind also nicht erreichbar. Aber daran wird laut Google gearbeitet.

Die Software kommuniziert über den Port 5222 mit dem Google Talk-Server, also unverschlüsselt.

Laut den Logs meiner Firewall nutzt er auch Port 443 (https).

Zum Thema Datenschutz sagt Google:

Google does not collect the content of instant message chats or voice conversations. As with all major IM services, Google Talk will collect certain log information created in the course of a conversation. This information is for Google’s internal use only, to maintain statistics on usage and to improve our service and the user experience. We do not permanently store any personally-identifying information in the Google Talk logs. And we do not log any of the content of your chats or calls.

Einerseits sehr erfreulich, dass ein offener Standard wie das Jabber-Protokoll die Unterstützung eines Internetriesen hat. Das bringt hoffentlich viele gute Entwicklungen auch von dritter Seite.

Google wiederholt mit der Insellösung den Fehler, den alle anderen kommerziellen IM-Anbieter auch machen: Kommunikation nur zwischen den eigenen Kunden. Ich kann mich noch dunkel an Zeiten erinnern, als man von E-Mail-Gateways sprach zwischen Compuserve, AOL, dem Internet und verschiedenen Mailbox-Netzen. Und nie konnte man sicher sein, dass die Gateways auch funktionierten.

Gäbe Google die Insellösung auf, könnte alleine Googles Marktmacht zu einer Standardisierung führen.

Bei Steffen Nork gibt es eine Anleitung für iChat.

Und hier etwas über Trillian und GAIM.

Kommentarzensur, die Mittagspause und Xsadfkmslllasfsdf

Nicolas Vogel fragt sich:

Wer Kommentare als Funktionalität einbindet, muss alles stehen lassen oder findet sich in der Rolle des Zensors wieder. Oder ist man schon Zensor, wenn man die Funktionalität unterläuft?

Nein, Zensur ist es nicht, weder so noch so. Schließlich kann der betroffene Kommentator jederzeit anderswo schreiben oder sein eigenes Blog aufmachen.

Wer aber nur Lobhudeleien als Kommentare auf seiner Seite hat, macht sich schnell unglaubwürdig.

Außerdem spielt er ein Suchmaschinenspielchen. Wer hat alles die Buchstabenfolge Xsadfkmslllasfsdf auf seine Seite geschrieben?

Jede Seite mit Xsadfkmslllasfsdf könnte natürlich auch noch eine Buchstabenkombination veröffentlichen: Xsadfkmslllasfsdfa (ein Buchstabe mehr!), die dann zusatzlich auf Webseiten gebracht wird, die durch diese Webseite auf Xsadfkmslllasfsdf aufmerksam wurden. Und immer so weiter…

Ja, ja, schon gut, sinnlose Mittagspausengedanken.

Darum CT und nicht Chip lesen

Das Computermagazin Chip hat alle Links auf den russischen Musik-Download-Shop allofmp3.com entfernt. Das berichtet der Spiegel.

Der Heise-Verlag hat die Links auf Heise.de nicht entfernt:

Links gehörten in die Online-Berichterstattung wie die Seitenzahlen in eine Zeitschrift, sagte „c’t“-Redakteur Holger Bleich. Man wolle den Lesern nicht in vorauseilendem Gehorsam Informationen vorenthalten, nur weil sie den kommerziellen Interessen einer Gruppe von Unternehmen entgegenstünden.

Die deutsche Musikindustrie will verhindern, dass Links auf allofmp3 gesetzt werden, weil auch deutsche Kunden dort einkaufen können. Allofmp3.com hat jedoch keine Lizenzen, um Musik nach Deutschland zu verkaufen. Außerdem dürfte die Musikindustire nicht darüber erfreut sein, dass die Dateien nicht durch DRM „geschützt“ sind.

Seiten mit Links auf allofmp3.com und positiven Testberichten werden jetzt abgemahnt.