Artikel zum Thema ‘Computer und Internet’

Wird private Verschlüsselung verboten

Donnerstag, 03. April 2008

Vor zweieinhalb Jahren warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor Sicherheitsrisiken bei der Benutzung von Blackberrys. Ich verlinkte einen entsprechenden Artikel bei Heise. Ein Kommentator wies darauf hin, wie gut doch die Verschlüsselung sei und dass es deshalb kein Sicherheitsproblem gäbe.

Indien macht jetzt vor, wie ein neugieriger Staat das Problem zu guter Verschlüsselung löst: Entweder Research in Motion (die Firma hinter dem Blackberry) rückt einen Generalschlüssel heraus oder der indische Markt bleibt eben zu. Die E-Mails sollen außerdem sechs Monate komplett von den Betreibern in Indien gespeichert werden. Da kann Schäuble noch was lernen. Der lässt immerhin nur die Verbindungsdaten und nicht die Inhalte speichern.

Das ist ein grundsätzliches Dilemma, das mich eher düster in die Zukunft blicken lässt: Am Ende sitzen die Behörden immer am längeren Hebel. Bei zu großer Verbreitung von Verschlüsselungstechnologien verbietet der Staat sie eben einfach.

Vorratsdatenspeicherung – Die Ja- und Neinsager

Sonntag, 11. November 2007

Gut, diese Abstimmung ist verloren. Ein weiterer Schritt auf dem Weg in den Überwachungsstaat.

Es war eine namentliche Abstimmung. Jeder kann wissen, wie der Abgeordnete seines Wahlkreises abgestimmt hat. Der Bundestag hat die Liste mit dem Abstimmungsverhalten veröffentlicht.

Jörg Tauss, der als Netzpolitiker der SPD gilt, hat gar nicht an der Abstimmung teilgenommen. Schade.

Hermann Scheer und Ottmar Schreiner haben sich der Stimme enthalten. Wegen solcher Sozialdemokraten bin ich bis jetzt noch nicht aus der SPD ausgetreten.

Auch bei der CDU/CSU gab es Neinstimmen.

Der Abgeordnete meines Wahlkreises – Niels Annen – hat mit Ja gestimmt. Auf seiner Homepage hat er eine persönliche Erklärung veröffentlicht. Darin begründet er seine Zustimmung damit, der SPD sei es gelungen, hohe Hürden einzuziehen. Der Gesetzentwurf trage offensichtlich nicht mehr den Makel der Verfassungswidrigkeit auf der Stirn. Annen hofft auf das Bundesverfassungsgericht. Es werde möglicherweise verfassungswidrige Teile für unwirksam erklären. Dann klagt er doch hoffentlich mit? Auf der Liste der Kläger steht er leider noch nicht.

Für diese typisch sozialdemokratische Salamitaktik habe ich kein Verständnis mehr. Er stimmt mit Ja, nur weil das Gesetz aus seiner Sicht nicht offensichtlich verfassungswidrig ist? Unglaublich. Bisher habe ich mit Erststimme immer SPD gewählt und mit der Zweitstimme taktisch mal so, mal so. Das wird sich nun wohl ändern. Erinnert mich in zwei Jahren daran!

Am selben Tag beschloss der Bundestag auch die Errichtung eines Einheits- und Freiheitsdenkmals. Welch ein Zynismus.

Hamburger Bürgerschaftswahl leicht zu fälschen

Freitag, 26. Oktober 2007

Der digitale Wahlstift, der bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2008 eingesetzt werden soll, ist nicht sicher. Die Wahlen sind manipulierbar.

Die Taz berichtet über die Aktion des Chaos Computer Club:

Wie sich die Manipulation dieses Stifts auswirkt, demonstrierte GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch an einem Bürgerschafts-Laptop, wie er auch in den Wahllokalen verwandt werden wird. Kaum hatte sie den Stift in den Computer gesteckt, erschien auf dessen Bildschirm ein großer Totenkopf statt der Benutzeroberfläche von Windows XP. Statt mitzuteilen, welchen Kandidaten Goetsch angekreuzt hatte, schleuste der Stift das Totenkopf-Programm ein.

Der Stift kann nach Angaben des GAL-Abgeordneten Farid Müller für 119 Euro bei einem Internetversandhaus erstanden werden. Die Hacker vom CCC schnitten ihn auf und ersetzten den darin befindlichen Speicherbaustein. Es könne auch der vorhandene Speicherbaustein umprogrammiert werden, sagt Frank Rieger vom CCC, das dauere bloß etwas länger. In der Abgeschiedenheit der Wahlkabine kann ein Wahlfälscher den Stift austauschen. Jeder andere der ihn benutzt, wählt dann so, wie es der Manipulator will.

Ergänzung: Ausführliche Pressemitteilung des CCC „Chaos Computer Club hackt Hamburger Wahlstift“.

Ich Spielkind

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Manchmal muss ich auch ein bisschen rumspielen

Siehe auch rechts in der Seitenleiste.

Er hätte sie selbst legen müssen

Dienstag, 03. Juli 2007

Wenn die dilettantischen Bombenleger von London nicht gewesen wären, Schäuble hätte die Bomben selbst legen müssen.

Es war so absehbar und ist so langweilig: Natürlich fordert Schäuble jetzt mehr Überwachung und schärfere Gesetze. Frau Zypries ziert sich noch ein bisschen. Aber eine kleine Angstkampagne wird es schon richten.

Kanzlerin Merkel sagte gestern, es müsse eine neue Balance zwischen Sicherheit und Freiheit gefunden werden. Klar, wohin sich die Waagschale senken wird.

Die britischen Behörden dürfen manches, von dem Schäuble träumt. Sicherer ist Großbritannien dadurch nicht geworden. Die Bomben sollten nicht das angeblich so unsichere Deutschland treffen.

Überwachungskameras haben keinen einzigen der Anschläge verhindert. Wären die Autos explodiert, hätten die Kameras wunderbare Bilder für die Fernsehnachrichten geliefert. Genau das wollen die Terroristen. Denn es geht nicht um die konkrete Zerstörung. Es geht um die Angst. Und die Sicherheitspolitik, die Schritt für Schritt die freie Gesellschaft abschafft. Eine überwachte Gesellschaft kann nicht frei sein.

Was müsste ein mutiger Politiker heute sagen? Vielleicht, dass es keine Sicherheit vor Anschlägen gibt. Dass wir diese Unsicherheit ertragen müssen, wenn wir weiter in einer freien und lebenswerten Gesellschaft leben wollen.

Wie können wir den Terroristen eine Niederlage bereiten? Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir halten unsere westlichen Werte hoch. Wir ehren weiterhin Intellektuelle aus islamischen Ländern wie zum Beispiel Salman Rushdie. Wir sorgen dafür, dass ihre Bücher erscheinen können. Das wäre doch schon mal ein Anfang.

Und so jemand regiert uns

Sonntag, 01. Juli 2007

Und entscheidet über Onlinedurchsuchungen von Computern und Internetüberwachung.

Politiker zum Thema Computer und Internet (Video aus dem ARD Morgenmagazin)

Frage an Herrn Ströbele (Der, das sei ihm hoch angerechnet, vernünftige Meinungen zum Thema Überwachung vertritt.):

„Haben Sie einen Computer?“

Antwort: „Ja. Leider ja.“

Und im Internet war er auch schon ein- oder zweimal.

Die anderen sind auch nicht schlauer.

Ergänzung, 2. Juli:

Das habe ich mir zu einfach und zu populistisch gemacht.

Ein Politiker muss nicht selbst im Internet unterwegs sein, er muss nicht einmal einen Computer bedienen können.

Ein Politiker muss in ein Thema einarbeiten können. Er muss die Folgen seiner Entscheidungen einordnen können. Und er muss neue Entwicklungen nach seinen politischen Überzeugungen bewerten, für die ihn seine Wähler gewählt haben.

Herr Ströbele ist ein vorbildlicher Politiker. Er hat keine Ahnung von Computern und Internet, will auch nichts darüber lernen. Er weiß, dass Überwachung gegen Bürgerrechte verstößt. Ob die Regierung Briefe öffnet oder E-Mails überwacht, ist egal. Dass hat Herr Ströbele verstanden. Und für einen Politiker reicht das.

Die anderen Politiker sind vielleicht nicht dümmer. Sie haben nur andere Grundsätze. Herr Schäuble oder Herr Wiefelspütz wollten vielleicht immer schon jeden Bürger ausforschen. Und sie haben begriffen: Jetzt haben sie die Möglichkeit dazu. Für die Details sind andere zuständig. Auch sie verstehen ihr Handwerk. Und sie sind leider auch gewählt. Und in zwei Jahren können wir Politiker mit unseren Grundsätzen wählen.

Och nö

Mittwoch, 27. Juni 2007

Geht das jetzt auch schon unter Linux los? „Registry säubern“?

The other day I stumbled upon this neat tool that helps cleanup your GConf registry, called GConf Cleaner.

Feisty Fawn ist draußen

Donnerstag, 19. April 2007

Herzlichen Glückwunsch an das Ubuntu-Team! Feisty Fawn ist pünklich erschienen, auch wenn es zunächst nach einer Verzögerung aussah, denn der angekündigte Release Candidate sollte erst später erscheinen und erschien dann gar nicht mehr. Stattdessen jetzt die Vollversion direkt nach der letzten Beta.

Dies könnte die erfolgreichste Ubuntu-Version in der Geschichte werden. Das Interesse scheint sehr groß zu sein. Schon während des ganzen Tages war die Homepage von Ubuntu gar nicht oder nur sehr langsam erreichbar. Wahrscheinlich haben alle so wie ich die Seite häufig neu geladen, um nur ja nichts zu verpassen.

Wohl wegen der großen Serverlast ist die Startseite erst einmal sehr einfach aufgebaut, bis auf den kleinen stilisierten Freundeskreis gibt es zur Zeit keine Grafik auf der Seite.

Ubuntu-Startseite direkt nach dem Erscheinen von Feisty Fawn

Und so viele Leecher und Seeder hatte ich auch noch bei keinem Torrent.

Seeder und Leecher nach dem Release von Ubuntu Feisty Fawn

Trotzdem ist die ISO-Datei mittlerweile komplett hier. Aber ich lasse den Upload über Nacht laufen.

Ein paar weiterführende Texte:

  1. Phil Bull hat eine Übersicht über wichtige Neuerungen in Feisty
  2. Ubuntu selbst bietet eine kleine Tour durch die neuen Funktionen
  3. Ubuntus offizielle Presseerklärung
  4. Eine Anleitung für die Aktualisierung von Ubuntu und die deutsche Fassung im Wiki von Ubuntuusers
  5. Ein erster Test von Ubuntu Feisty Fawn bei Heise und bei Golem

Mark Shuttleworth, Initiator von Ubuntu, rührt ordentlich die Werbetrommel: Ein Interview bei Golem und beim österreichischen Standard.

Und das Wichtigste: Die Seite zum Herunterladen von Ubuntu. Bitte BitTorrent benutzen!

So, genug Fanboy gespielt ;-)

Ergänzung, 20.2. – In der Eile, die neue Version pünktlich herauszubringen, ist ein wohl Fehler durchgerutscht: Viele Besitzer von ATI X****-Grafikarten können mit der Desktop-CD nicht starten. Sie bekommen am Ende des Startvorgangs die Meldung, GDM könne nicht starten. Die grafische Oberfläche startet nicht, stattdessen gibt es einen Login in die Konsole.

Besitzer dieser Grafikarten sollten die Alternate-Install-CD herunterladen. Weitere Informationen hier und die Fehlermeldung dort.

Ubuntu hätte die Veröffentlichung lieber verschieben sollen. Der Fehler war rechtzeitig bekannt. Viele Einsteiger und Wechsler benutzen Ubuntu und sie sollten nicht gleich einen schlechten Eindruck bekommen.

Nicht überzeugt

Dienstag, 27. Februar 2007

Diese Diskussion beim fscklog überzeugt mich gerade endgültig davon, die Finger von Apple zu lassen.

Apple scheint auf die Qualität der Produkte keinen Wert mehr zu legen.

WordPress-Tipps

Freitag, 23. Februar 2007

Zur Abwechslung ein paar aufgeschnappte WordPress-Tipps:

Mehr Schaltflächen im Editor (von Solo Technology), darunter eine Schaltfläche, um den Inhalt der Zwischenablage als reinen Text einzufügen. Umschalt + Alt + v (Firefox) drücken!

Tastaturkürzel im Editor (von TSL Designs): Wie der Name schon sagt…

WordPress schneidet auch im RSS-Feed den Text ab, wenn <!--more--> dazu benutzt wird, den Artikel auf der Hauptseite abzukürzen und den vollen Text erst nach einem Mausklick auf einen Verweis anzuzeigen. Das „Full Text Feed Plugin” ändert dies Verhalten.