18. Januar 2012
Heute trifft sich die Jüngerschar an der Stelle, an der einst das Geburtshaus des Meisters stand.
Und jetzt auch als zur Jahreszeit passendes Andenken:

„Hammer, Alter!“ ist der Titel eines noch unveröffentlichten Dialogs im Stile Arno Schmidts von H.T.
Nachtrag, 19.1. Er hat ihn rausgerückt: Hammer, Alter! Warten auf Arno Schmidts Hundertsten.
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23. August 2011
Das ist mir unsagbar peinlich.
Ich fahre aus Hamburg zu ihrer Lesung der Schmidtschen Pocahontas und der Tagebücher von Alice Schmidt nach Lübeck ins Günther Grass-Haus, setze mich in die erste Reihe und dann – dann schlafe ich ein.
Beinahe.
Ich bekam regelmäßig von rechts einen Stoß in die Rippen. Gut so!
Das, lieber Herr Rauschenbach, lag auch an ihrer wunderbaren, beruhigenden Stimme. Und an der Nacht mit schlechtem Schlaf vorher, ok. Und als Kind bekommt man natürlich auch zum Einschlafen vorgelesen. Frühkindliche Prägung eben. Lahme Entschuldigungen, ich weiß.
Das muss ein deprimierender Anblick gewesen sein. Oder – sagen sie mal – kommt das bei jeder ihrer Lesungen vor? Gibt es so etwas – den Lesungsschläfer?
Ihnen, Herr Kersten, verspreche ich jedenfalls, dass ich nicht einschlafen werde, wenn sie am 20. Oktober aus ihrem Buch „Arno Schmidt in Hamburg“ lesen. Ich werde mir jedenfalls Mühe geben.
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29. Juli 2011
Manchmal wissen auch deutsche Gerichte, was sie tun:
Das Landgericht Berlin hat in einem Beschluss vom 8. Oktober 2010 (Az. 16 O 458/10) die Nutzung eines CC-lizenzierten Fotos wegen eines Lizenzverstoßes verboten. Dies stellt – soweit bekannt – die erste erfolgreiche Durchsetzung einer Creative Commons Lizenz in Deutschland dar.
via Creative Commons Lizenzen in Deutschland gerichtlich durchgesetzt | ifrOSS.
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07. Juli 2011
So ein bisschen Gelassenheit könnte ich jetzt auch gebrauchen:
Unter Gelassenheit verstehen wir die Haltung dessen, der das, was er nicht ändern kann, als sinnvolle Grenze seines Handelns in sein Wollen aufnimmt, der die Grenze akzeptiert. (Spaemann, Gefunden bei Scipio)
Wir haben nämlich unser nämlich das Gebäude für unser Baugruppenprojekt nicht bekommen. Zwei Jahre Arbeit…
Also von vorn beginnen.
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21. Februar 2011
Mein Stift schwebte schon über der Piratenpartei oder der FDP. Eine Stimme zumindest wollte ich absplitten. Aber zu viele Freunde haben mir erzählt, dass sie gegen eine „drohende“ absolute Mehrheit der SPD stimmen wollen. Also bin ich kein Risiko eingegangen und habe meine gespaltene politische Persönlichkeit nicht ausgelebt. Und es hat sich ja gelohnt.
Drei konservative, rückwärtsgewandte Parteien haben somit in der Hansestadt verloren: die CDU, die Grünen und die Linkspartei.
Mit Scholz hat ein Politiker eine Wahl für die SPD gewonnen, der zur Agenda 2010 steht. Das ist ein Signal auch an die Bundes-SPD: Steht zu eurer Politik und versucht nicht, der Linkspartei hinterher zu laufen.
Dazu passt das Ergebnis der Linkspartei: Trotz ihrer Versuche, Scholz wegen Hartz-IV anzugreifen, hat sie keine Wähler gewonnen. Und das, obwohl die Mehrheit mindestens für ein rot-grünes Bündnis praktisch feststand. Sollte es für die SPD oder ein geplantes rot-grünes Bündnis bei den nächsten Wahlen knapp werden, wird die Linkspartei Stimmen verlieren und nicht mehr in die Bürgerschaft kommen.
Die Grünen sind hart gelandet: Im Herbst letzten Jahres galten die Grünen schon als neue Volkspartei und die SPD als ihr Anhängsel. War wohl nichts: Sie konnte nur knapp ein zweistelliges Ergebnis erreichen. Dabei werden die GAL auch viele gewählt haben, die eine absolute Mehrheit der SPD verhindern wollten. Ein zweistelliges Wahlergebnis wird in Zukunft nicht sicher sein.
FDP: Glückwunsch! Auch wenn ich früher anderer Ansicht war: Wir brauchen die FDP in den Parlamenten. Ein sozialliberales Bündnis sollte in naher Zukunft wieder möglich sein.
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12. Januar 2011
Es ist kurz nach fünf, ich sitze in der U2 und bin auf dem Weg nach Hause. Wir fahren in die Station Schlump ein. Jemand ruft: „Hat jemand die Tasche vergessen?!“ Zuerst in den Wagen hinein, dann auf den Bahnsteig. Niemand meldet sich, auch nicht auf die Frage, ob jemand den Besitzer der Tasche gesehen habe.
Der Zug fährt nicht weiter. Ein paar Minuten vergehen. Oben fährt eine U3 ein und mehr Leute steigen in den Waggon ein. Jemand will sich in die leere Vierergruppe setzen. „Dort nicht! Dort nicht hinsetzen!“ Die Frau zuckt mit den Schultern und bleibt im Eingangsbereich des Wagens stehen.
Genervtes Stöhnen, Gemurmel, die werden doch nicht wegen so einer blöden Tasche einen Bombenalarm ausrufen?
Eine Durchsage: „Dies ist eine Anweisung der Polizei Hamburg. Bitte verlassen sie sofort den Zug und die Station! Der Bahnhof wird wegen eines herrenlosen Objekts geräumt!“
Kopfschütteln und verdrehte Augen. Die Sicherheitsleute scheuchen uns aus der Station. Panik hat niemand. Die meisten sind eher genervt, weil sie jetzt nicht so schnell nach Hause kommen.
Die U3 oben fährt noch. Über Hoheluft und mit dem Bus komme ich dann auch nach Hause.
Und hier die Tasche der Angst, unscharf mit meinem alten Handy aufgenommen.

Schon erstaunlich, dass so eine Tasche überhaupt während der Fahrt entdeckt wird. Oder hat sie jemand gemeldet? Oder streifen doch in zivil ständig Sicherheitsleute durch die Wagen auf der Suche nach verdächtigen Objekten?
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05. Dezember 2010
Wikileaks Cablegate erinnert an einen anderen großen Skandal: Watergate.
Bob Woodward und Carl Bernstein von der Washington Post deckten damals die Machenschaften von Präsident Nixon gegen seine politischen Gegner auf. Diese Berichterstattung führte zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Nixon, der schließlich zurücktrat.
In dieser Zeit hat keine Bank die Zusammenarbeit mit der Washington Post gekündigt, die Druckereien haben die Zeitungen gedruckt und die Speditionen sie ausgeliefert. Das Elektrizitätswerk hat weder der Redaktion noch den Druckereien den Strom abgestellt.
Damals, liebe Amazons, Paypals und Everydns, hatten Unternehmen noch Rückgrat.
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04. Dezember 2010
Jakob Augstein im Freitag über Journalisten, die Wikileaks Verantwortungslosigkeit und kriminelles Handeln vorwerfen:
Normalerweise rechtfertigen staatliche Stellen mit solchen Worten die Knebelung der Presse. Es ist ernüchternd, sie von Journalisten zu hören. Das embedding, das als kluge PR-Strategie der amerikanischen Armee im Irak-Krieg begann, ist hier weit gediehen. Ein Journalist, der die Wikileaks-Daten zuerst unter dem Gesichtspunkt der nationalen, oder – schlimmer noch – westlichen Sicherheit sieht, hat sich selbst erfolgreich zu Bett gebracht – und die Pressefreiheit gleich mit.
via Wikileaks: Wir Untertanen — Der Freitag.
Und dann wundern sich die Zeitungen über sinkende Auflagen?
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28. September 2010
Da sind ein paar Eintrübungen in der Linse. Freuen Sie sich, in ein paar Jahren kriegen Sie eine neue Linse und dann brauchen Sie vielleicht nicht einmal mehr eine Brille.
Das nennt man wissenschaftlichen Fortschritt. Ein paar Eintrübungen in der Linse, irgendwann grauer Star, nicht mehr schlimm, zack, eine neue Linse.
Ich kenne einige Leute mit neuen Linsen und sie sind begeistert. Einer kaufte sich nach der Operation sofort einen neuen Fernseher, weil er das schlechte Bild des alten Geräts nicht mehr ertragen konnte.
Ein bisschen später hätte es trotzdem beginnen können…
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01. Juni 2010
Da konnte Israel nur verlieren. Seine Regierung war leider nicht klug genug, die geringste Niederlage zu wählen: die Schiffe passieren zu lassen und der Hamas nur einen Propagandasieg zu schenken. Kein Mitleid.
Liest man sich die Berichte über Sinn und Zweck der Aktion durch, könnte man glauben, Gaza sei komplett von der Außenwelt abgeriegelt und seine Bewohner stürben bald einen Hungertod.
Liest man aber die angenehm ausgewogenen Berichte der FAZ, die einen Berichterstatter an Bord eines der Schiffe hatte, fallen einige Widersprüche auf.
Die türkische Hilfsorganisation IHH hatte für sie [die „Solidaritätsflotte“] zuvor das Hafenbecken ausgebaggert und die Pier verschönert.
Es sind Hilfsorganisationen – sogar die IHH, die die Schiffe geschickt hat – vor Ort, offenbar mit Gerät und genügend Ausrüstung, um das Hafenbecken von Gaza-Stadt auszubaggern und zu verschönern. Wie Mitarbeiter, Geräte und Material wohl dorthin gekommen sind?
Ägypten hatte angeboten, notfalls die Güter im Hafen von El Arisch zu löschen und auf den Landweg nach Gaza zu transportieren.
Dieser Weg scheint also auch zu funktionieren. Israel hatte auch einen Transport über einen israelischen Hafen und dann auf dem Landweg nach Gaza angeboten.
Bemerkenswert auch, wie wenig die sonst so heftig angegriffene Linkspartei für ihre Hamasunterstützung kritisiert wird.
Eine „proisraelische Sicht“ gibt es bei Liza oder dem Wadiblog.
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